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Einen Tag vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der 2012 CEV Volleyball Champions League am Mittwoch (22. Februar, 14 Uhr MEZ) gegen Zenit Kazan (Russland) ist Idi bestens gelaunt. Weder Nervosität noch Anspannung sind dem Volleyballer vom VfB Friedrichshafen anzumerken. Dabei wartet auf ihn nicht nur eine wichtige Partie. Am Freitag und damit einen Tag nach der Rückkehr an den Bodensee wird er zum zweiten Mal Vater

Leistungsträger beim VfB Friedrichshafen und bald zweifacher Vater: Idi / Foto Faaber
Sind Sie in dieser Woche überhaupt in der Lage, sich auf die Champions League zu konzentrieren? Na klar. Morgen wird der wichtigste von allen Champions-League-Abenden bisher. Wir müssen konzentriert und bereit für dieses Spiel sein.
Aber Sie werden am Freitag zum zweiten Mal Vater. Das passiert ja erst nach dem Spiel. Im Ernst. Man muss die Situationen trennen. Natürlich kann ich meine Familie nicht vergessen und auch nicht, dass unser Baby in drei Tagen auf die Welt kommt. Aber jetzt folgt erst einmal unser Spiel. Auf das muss ich mich zu 100 Prozent konzentrieren. Wenn das beendet ist - ich hoffe mit einem Sieg -, geht es nach Hause und ich bin bereit für das Baby.
Fällt es Ihnen schwer, Ihre hochschwangere Frau alleine in Friedrichshafen zu lassen? Natürlich. Das ist während jeder Reise das Gleiche. Ich denke jeden Tag daran, dass ich nicht da bin, wenn irgendetwas passiert. Aber so ist das nun mal. Alle im Verein, die Trainer und auch die Spieler, helfen mir. Für mich ist es am wichtigsten, dass ich am Tag der Geburt bei meiner Familie bin. Wenn nicht, würde ich verrückt werden. Keine Ahnung, was ich dann machen würde.
Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Viertelfinale gegen Russlands Meister Zenit Kazan? Ich weiß, dass es nicht einfach wird. Nicht nur wegen des Teams gegen das wir spielen und das sehr stark ist. Wir haben Oli (Oliver Venno, Anm. d. Red.) nicht dabei und wir wissen nicht genau, ob Zoran (Zoran Jovanovic, Anm. d. Red.) spielen kann oder nicht. Es ist keine komfortable Situation. Wir wissen nicht, was mit unserem Spiel ohne Oli und gegen eine starke Mannschaft passiert. Wenn aber jeder von uns einen guten Tag erwischt, haben wir trotzdem eine Chance.
Bis jetzt ist es in der 2012 CEV Volleyball Champions League noch keinem Team gelungen, auch nur einen Satz in Kazan zu gewinnen. Dann können wir ja damit beginnen. Gelingt es uns, einen Satz zu holen, wird Kazan anfangen, nachzudenken. Ich denke, wir können hier etwas Schönes hinbekommen und den ersten Satz und vielleicht sogar das erste Spiel in Kazan gewinnen.
Kazan zeigt im Vorfeld jede Menge Respekt vor dem VfB Friedrichshafen. Auf der Website wird von der „deutschen Maschine“ geschrieben. Naja, als Maschine würde ich uns nicht bezeichnen. Das wäre, wenn wir nur in einer bestimmten Art und Weise spielen könnten. Aber unser Spiel hat sich entwickelt und wir können uns auf unterschiedliche Gegner einstellen und auch verschiedene Probleme im Spiel lösen. Wir erwarten ein schwieriges Spiel, genauso wie Kazan. Der Unterschied aber ist: Von Kazan wird erwartet, dass sie das Final Four erreichen. Von uns nicht.
Wie versuchen Sie, Ihren Mitspielern auf dem Spielfeld zu helfen? Ich versuche ihnen zu zeigen, dass die Dinge wie im Training funktionieren. Joao (Joao José, Anm. d. Red.), Rosic (Nikola Rosic, Anm. d. Red.) und ich müssen ruhig bleiben. Das ist wichtig. Und wir dürfen nicht vergessen: Wir sind hierher gekommen, um Volleyball zu spielen. Nicht mehr. Wir denken nicht darüber nach, was nach dem Spiel passieren könnte. Unser Fokus liegt allein auf morgen Abend.
Egal, wie das Hinspiel ausgeht. Die Entscheidung über den Einzug ins Final Four wird sowieso erst in der kommenden Dienstag (28. Februar, 20 Uhr) in Friedrichshafen fallen. Genau. Und dafür wünsche ich mir eine volle Arena wie vor ein paar Jahren gegen Sisley Treviso oder Dynamo Moskau. Die Zuschauer helfen uns sehr. Und das werden wir im Rückspiel brauchen. Ob wir nun in Kazan gewinnen oder verlieren – zu Hause müssen wir gewinnen. Und das geht nur mit unseren Fans.
Zur Person Idi zählt zu den erfahrensten Spielern beim VfB Friedrichshafen. Von 2007 bis 2010 trug der Außenangreifer bereits das Häfler Trikot. Im vergangenen Sommer kehrte der Brasilianer mit dem portugiesischen Pass zusammen mit Ehefrau Lisa und Töchterchen Lara nach Friedrichshafen zurück. Mit dem VfB wurde Idi drei Mal Deutscher Meister und ein Mal Deutscher Pokalsieger.
Ein Video mit Idis Grüßen aus Kazan gibt es auf der Facebook-Seite des VfB Friedrichshafen:
www.facebook.com/friedrichshafen.volleyball
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