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Spagat zwischen Profi-Volleyballkarriere und Ausbildung zum Bankkaufmann
Tuesday, 07 February 2012 06:12
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Ausbildung und Profi-Volleyballkarriere, diesen Spagat hat VfB Libero Thilo Späth erfolgreich gemeistert. Am vergangen Spieltag wurde der 24-Jährige für seine besondere Leistung im Rahmen seiner Ausbildung zum Bankkaufmann von Klaus-Dieter Schmidberger (Bereichsdirektor Firmenkunden und stv. Mitglied des Vorstandes) geehrt


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Thilo Späth, Libero des VfB Friedrichshafen, ist auf dem kommenden Spieltagsplakat abgebildet und stand im Interview Rede und Antwort / Foto Faaber


Waren Sie überrascht, als Sie in der ersten Satzpause auf das Spielfeld gebeten wurden?
Stefan (Stefan Mau, Manager VfB Friedrichshafen Volleyball GmbH) sagte mir nur kurz vor dem Spiel, dass er mich in der Satzpause braucht, aber ich wusste nicht worum es geht. Als dann mein zukünftiger Chef, Herr Schmidberger, auf mich zukam, da war mir bewusst, dass es um meine Ausbildung gehen muss.

Sie wurden als einer der besten Azubis bei der Sparkasse Bodensee geehrt, wie kam es dazu?
Vor zweieinhalb Jahren habe ich meine Ausbildung, damals noch in Wuppertal, zum Bankkaufmann begonnen. Ich hatte schon immer Spaß an kaufmännischen Tätigkeiten und so fiel dann meine Wahl auf diesen Beruf. Mit dem Wechsel zum VfB Friedrichshafen folgte auch ein Ausbildungsplatzwechsel. Ich habe mich, wie jeder andere auch, bei der Sparkasse Bodensee beworben, und wurde genommen. Danach ging für mich die Ausbildungszeit ganz normal weiter.

Mit der Ausnahme, dass Sie zusätzlich noch Profivolleyballer beim VfB Friedrichshafen sind.
Für mich sind beide Bereiche sehr wichtig. Mit der Sparkasse gab es die Regelung, dass ich einmal am Tag am Volleyballtraining teilnehmen konnte. Hier waren die Verantwortlichen sehr großzügig und haben mir vieles ermöglicht. Ich hatte also die Zeit, beide Aufgaben gleichzeitig auszuführen. Klar ist es nicht immer einfach sich auf Beides zu konzentrieren, aber ich denke, im Großen und Ganzen ist mir das sehr gut gelungen.

Die Auszeichnung zeigt ihren Erfolg sehr deutlich, oder nicht?
Ich bin stolz auf meine Leistung. Als Auszubildender bekommt man einen Preis, wenn man im Durchschnitt mehr als 94 Punkte erreicht. Ich habe 95 Punkte in den Prüfungen erreicht und kann mich somit über das Angebot freuen, in den nächsten drei Jahren mit Fördergeldern während meiner weiteren Ausbildung unterstützt zu werden.

Neben dem Ausbildungserfolg konnten Sie in der vergangenen Saison gemeinsam mit dem VfB Friedrichshafen den Meistertitel feiern. Wie haben Sie diese Saison bisher erlebt?
Ich denke, wir waren zu Beginn der Saison noch nicht auf dem spielerischen Niveau, das wir jetzt haben. Wir haben unsere Leistung Step by Step erreicht und können nach den Siegen gegen Kazan und Tours VB in der Champions-League zufrieden mit uns sein. Für mich waren die Spielanteile zu Anfang der Spielzeit nicht sehr hoch. Um aber dennoch Spielpraxis zu bekommen, bin ich in die dritte Herrenmannschaft der VfB-Amateure gegangen. Hier konnte ich solange aushelfen, bis ich mich mit zwei Einsätzen in der Bundesliga festgespielt hatte.

War das für Sie eine seltsame Situation in der Regionalliga zu spielen?
Nein, überhaupt nicht. Ich konnte helfen und habe das auch gerne getan. Dadurch habe ich mich allerdings auch wieder für die Bundesligamannschaft empfohlen und dann ja auch meine Einsätze bekommen. Durch den Weggang von Cory Riecks (TV Bühl) gab es in der Profimannschaft nur noch drei Außenangreifer und da bekam ich die Chance in der Annahme quasi als zweiter Libero das Team zu unterstützen.

Das heißt, Sie sind von Ihrer eigentlichen Position als Libero in den Außenangriff gewechselt.
Genau. Und das hat mir auch richtig Spaß gemacht. Ich möchte so gut es geht den VfB unterstützen. Ob das nun als Libero, oder als Außenangreifer geschieht, ist eigentlich egal. Hauptsache ich bin für das Team da.

Sie fahren jetzt mit dem Team nach Tours (Mittwoch, 8. Februar, 20.30 Uhr). Wie sehen Sie Ihre Chancen?
Der Grundstein mit dem Sieg in Friedrichshafen ist gelegt. Wir dürfen jetzt nur nicht denken, dass das Rückspiel genauso wird. In eigener Halle vor dem eigenen Publikum schlägt man immer besser auf, und das wird auch Tours gelingen. Sie werden definitiv stärker sein als sie es bei uns waren. Aber wenn wir unsere Leistung vom Hinspiel wiederholen, uns sicher präsentieren und konzentriert spielen, dann haben wir auf jeden Fall eine Chance zu gewinnen.

Denken Sie schon an die Zeit nach der Saison?
Nein, ich denke im Hier und Jetzt. Nach meiner Ausbildung habe ich eine unbefristete Stelle bei der Sparkasse Bodensee im Bereich Firmenkunden angenommen und werde dort jetzt weiter lernen. Der Vertrag beim VfB Friedrichshafen läuft am Ende der Saison aus und klar würde ich mich über ein neues Angebot freuen, aber jetzt sind wir in der wichtigen Phase, spielen noch in drei Wettbewerben und darauf konzentriere ich mich.

 



Zur Person: Thilo Späth
Der 24-jährige Libero spielt in seiner zweiten Saison beim VfB Friedrichshafen und absolvierte nebenher eine zweieinhalbjährige Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Bodensee. Der 1,88 Meter große Libero feierte 2010 seine erste Meisterschaft und will sich in dieser Saison sowohl sportlich als auch menschlich weiterentwickeln.

 

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