Heynen: „Das ist ein gutes Zeichen für die Liga"

19.04.2017

Seit dem Sieg in Düren vergangen Samstag steht der VfB Friedrichshafen im Finale um die Deutsche Meisterschaft im Volleyball. Auf welchen Gegner die Häfler Volleyballer am Sonntag zum ersten Finalspiel in der ZF Arena (23. April, 14:30 Uhr) treffen werden, entscheidet das dritte Spiel im anderen Halbfinale zwischen den Berlin Recycling Volleys und den United Volleys Rhein Main. VfB-Cheftrainer Vital Heynen spricht im Interview über die möglichen Gegner und die Chancen seiner Mannschaft, nach Supercup und DVV-Pokal auch die Meisterschaft an den Bodensee zu holen.

Herr Heynen, Berlin oder Frankfurt - wenn Sie sich für das Finale ab Sonntag einen Gegner wünschen könnten, welcher wäre das?
Ich habe eigentlich gar keinen Lieblingsgegner. Ich hätte aber schon gern ein Spiel zwischen Berlin und den United Volleys über fünf Sätze. Wenn das Spiel um halb acht beginnt, können die gerne bis elf oder zwölf spielen, wenn es nach mir geht. Und dann muss am Ende eben jemand gewinnen. Aber Spaß beiseite: natürlich sagen alle, dass die United Volleys am Ende besser für uns wären, aber wir haben zwei Mal gegen sie gespielt und zwei Mal gewonnen. Allerdings haben wir vier Mal gegen Berlin gespielt und vier Mal gewonnen. Wenn man weiter denkt, dann ist Berlin vielleicht besser für uns. Aber auf jeden Fall werden und müssen wir den Vorteil vom Wochenende nutzen, weil wir frischer und ausgeruhter sind. Wobei, um auf die Frage zurückzukommen, welcher Gegner mir lieber wäre: ganz ehrlich, ich weiß es nicht.
 
Wenn Sie keinen Lieblingsgegner ausmachen können, ist es denn dann zumindest ein Vorteil, als Erster der Normalrunde die Finals in der eigenen Halle und vor eigenem Publikum beginnen zu können?
Nicht das erste Spiel zuhause ist der Vorteil. Es ist der Vorteil, dass wir jetzt schon wissen, dass wir fürs Finale qualifiziert sind. Jetzt am Donnerstag zu spielen bedeutet eben auch, dass die beiden Mannschaften nicht viel Zeit haben umzudenken und sich auf uns zu konzentrieren. Das geht alles auch physisch, aber vor allem mental sehr an die Kraft einer Mannschaft. Deshalb war ich so froh, dass wir uns gegen Düren in zwei Spielen durchgesetzt haben. Aber klar ist es auch kein Nachteil, vor eigenem Publikum zu spielen.
 
Welcher Mannschaft trauen Sie denn am Donnerstag den Sieg in Berlin zu? Welches Team machte auf Sie bislang den stärkeren Eindruck?
Wenn man der Logik vertraut, muss Berlin gewinnen. Hey, die spielen im Final Four der Champions League. Sie gehören zu den besten vier Mannschaften in Europa. Daher ist der Druck auf die Mannschaft aber auch riesig. Du bist eines der besten Teams auf dem Kontinent und musst gleichzeitig in der eigenen Liga kämpfen, um ins Finale einzuziehen. Berlin muss das schaffen können, sie haben viele erfahrene Spieler. Und bislang hat eben nur Friedrichshafen das Kunststück geschafft, in der Max-Schmeling-Halle in dieser Saison zu gewinnen. Viele sagen, dass die deutsche Liga nicht besonders stark ist. Aber jetzt muss ein Final-Four-Teilnehmer kämpfen, um ins Finale zu kommen. Wir haben im Viertelfinale fünf Sätze gegen die Netzhoppers gebraucht. Das ist doch ein gutes Zeichen für die Liga in Deutschland.
 
Gibt es denn für den United-Trainer Michael Warm einen Tipp, wie man es schafft, in Berlin ein Spiel zu gewinnen? Immerhin haben sie genau das in dieser Saison schon geschafft. Was war denn genau das Erfolgsrezept?
(lacht) Das wissen wir auch nicht. In diesem Spiel haben wir - wie so oft in dieser Saison - viele schwierige Momente gehabt und sind da aber irgendwie rausgekommen. Wir waren alle drei Sätze 22:24 im Hintertreffen und dann verlierst Du das normalerweise 0:3. Aber das haben wir nicht gemacht, wir haben die Sätze gedreht und gewonnen. Ich möchte Michael Warm jetzt natürlich nicht raten, auch immer 22:24 hinten zu liegen, weil Berlin so etwas in der Saison vermutlich nur einmal passiert. Und ich weiß auch nicht, ob wir das Kunststück in Berlin nochmals schaffen. Aber wir warten jetzt auf Sonntag und wenn wir das Spiel gewinnen, sehen wir weiter und konzentrieren uns dann auf die zweite Begegnung.

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