Juhkami: „Meine Arbeit war noch nicht erledigt“

05.07.2020

Martti Juhkami wird auch in der Saison 2020/21 im Trikot der Häfler Volleyballer auflaufen. Der 32-Jährige hat seinen Vertrag beim VfB Friedrichshafen um ein weiteres Jahr verlängert. Bis zum Trainingsauftakt Mitte August am Bodensee bereitet sich Juhkami mit der estnischen Nationalmannschaft auf die kommende Saison vor. Sein neuer Nationaltrainer ist dabei kein Unbekannter.

Martti Juhkami soll auch die Häfler Annahme stabilisieren | Bild: Kram
Martti Juhkami soll auch die Häfler Annahme stabilisieren | Bild: Kram

Martti Juhkamis neuer Trainer heißt Cedric Enard. Was sich so anhört, als würde der Außenangreifer vom Bodensee zum Berliner Pokalsieger an die Spree wechseln, ist ganz anders. Schließlich hat Juhkami erst kürzlich seinen Vertrag beim VfB Friedrichshafen um ein Jahr verlängert. Enard ist nämlich nicht nur BR-Volleys-Coach, sondern trainiert seit kurzem auch das estnische Nationalteam. „Er hat uns diese Woche alle zusammengerufen, um uns besser kennenzulernen", erzählt Juhkami. „Wir wollen uns konzentriert auf die Europameisterschaft vorbereiten, die 2021 in Estland stattfinden wird."

Sechs Wochen werden Juhkami und Enard zusammen in Estland arbeiten. Immer wieder stehen Freundschaftsspiele auf dem Programm. Während andere Nationalspieler nur zwei oder drei Wochen ihre Landesauswahlen sehen, verdoppelte Enard das Pensum für Juhkami und die Esten. „Für mich ist die Pause also ein wenig kürzer als für die meisten anderen VfB-Spieler", so Juhkami, der sich bislang mit dem Trainingsplan von Cheftrainer Michael Warm fit gehalten hat. „Wir werden trotzdem eine lange Vorbereitung in Friedrichshafen haben und können als Team zu einer schlagkräftigen Truppe zusammenwachsen."

Denn genau das ist das Ziel des Mannes, den sein Trainer als „ruhig, besonnen und extrem ehrgeizig" beschreibt. „Wir und vor allem ich konnten unsere Arbeit in der abgebrochenen Saison nicht zu Ende bringen", beschreibt er den Grund, warum er unbedingt noch ein weiteres Jahr beim Rekordmeister dranhängen wollte. „Durch meine Verletzung konnte ich nicht das zeigen, was ich wirklich drauf habe". Erst Anfang März war das 1,95 Meter große Kraftpaket eigentlich wieder bereit, 100 Prozent geben zu können.

Auch Michael Warm erwartet sich viel vom 32-Jährigen, dessen Vater lange Zeit Bürgermeister seiner Heimatstadt Rakvere war. „Martti ist ein sehr kompletter Spieler mit einem guten Aufschlag, einer guten Annahme und einem starken Block", so Warm. „Wenn er gesund durch die Saison geht - und das hoffen wir natürlich alle - wird auch die Leistung abrufen können, die wir uns von ihm versprechen."

Mitte August wird Martti Juhkami in den Trainingsbetrieb am Bodensee einsteigen. Dann heißt sein Trainer wieder Michael Warm. Cedric Enard begegnet er dann nur noch auf der anderen Seite des Netzes. „Bis dahin halte ich einmal Augen und Ohren offen", lacht er. „Vielleicht kann ich Cedric ja ein paar Coaching-Tricks entlocken, die uns im Titelkampf mit den Berlinern helfen."

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