Friedrichshafen gewinnt Marathon in Düren

14. Januar 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Nach zwei Stunden und 45 Minuten holte sich der VfB Friedrichshafen am Mittwochabend den Auswärtssieg bei den SWD powervolleys Düren. Die Häfler drehten zweimal einen Rückstand und gewannen die Begegnung schließlich mit 3:2 (32:34, 25:21, 23:25, 25:19, 15:12). Neben MVP Jonas Van Huizen stach vor allem der 19-jährige Lucas Huckle heraus, der den erkrankten Libero Lenny Graven würdig vertrat.

Friedrichshafen überzeugte mit 13 Blockpunkten und starker Defensive | Bild: JD-Photoart

Eigentlich waren alle VfB-Spieler wieder aus dem Krankenstand zurück – aber nur eigentlich. Kurz nach der Anreise nach Düren erwischte der Virus auch noch Libero Lenny Graven, der frühzeitig zurück an den Bodensee abreisen musste. Der 19-jährige Lucas Huckle sprang für den deutschen Nationalmannschaftslibero ein. In der Starting Six gab es ansonsten wenig Überraschungen: Friedrichshafen begann neben Huckle mit Simon Kohn, Jonas Van Huizen, Louis Kunstmann, Gustavo Maciel, Parker Van Buren und Zuspieler Aleksa Batak.

Der VfB startete gut in die Partie und übernahm nach einem Ass von Kunstmann und einem Block von Maciel die Führung (7:5). Viel lief über den gut aufgelegten Van Huizen, dessen Aufschlag auch das erfolgreiche Druckduell für Simon Kohn initiierte (12:7). Wenn bei Düren etwas zusammenlief, dann durch Robin Baghdady (15:10, 15:11). Vojin Cacic kam zum Aufschlag und bedankte sich mit einem Ass (21:17). Doch der sicher geglaubte Satzgewinn geriet erheblich ins Wanken.

Erst verletzte sich Van Huizen am Finger, dann teilte Van Buren dasselbe Schicksal. Schließlich funktionierte die Annahme der Häfler nicht mehr (21:21). In einem Rennen weit über die üblichen 25 Punkte hinaus servierte Kohn seiner Mannschaft nochmals Satzbälle (31:30). Baghdady war aber in der entscheidenden Phase da und sah seinen Teamkollegen Siebe Korenblek mit dem Aufschlag zum Satzgewinn (32:34).

Die verpassten Chancen aus dem ersten Durchgang wirkten auch zu Beginn des zweiten Satzes nach. Friedrichshafen lag schnell zurück (2:5). Immer wieder war es Van Huizen – inzwischen mit versorgter Platzwunde – der sein Team im Spiel hielt (8:9). Böhme kam für Maciel, und Batak holte sich per Service die Führung zurück (11:10). Bis in die Crunchtime blieben beide Teams auf Augenhöhe (16:16), ehe Kunstmann mit einem Ass beschleunigte (20:17). Dieses Mal behielt Friedrichshafen die Nerven: Kohn erspielte den Satzball und vollendete unmittelbar darauf mit einem Block (25:21).

Bislang hatte noch kein Team den Satz gewonnen, das zu Beginn geführt hatte – und diese Serie hielt. Friedrichshafen startete mit Batak-Block und einer 4:0-Führung. Nach einer starken Phase von Canham war Düren jedoch wieder dran (12:12) und zog sogar vorbei (15:18). Cacic verkürzte mit einem Ass (17:19), doch die powervolleys holten sich die erneute Führung (23:25).

Cacic blieb im Spiel, und auch Marcus Böhme ersetzte nun Maciel. Der Routinier stellte Baghdady mit einem Block kalt (7:6) und punktete selbst im Angriff (11:10). Kunstmann blockte nacheinander Korenblek, Canham und Baghdady (16:12, 18:13), während Cacic ein weiteres Ass streute (24:18). Van Huizen, der später zum MVP gewählt wurde, besorgte den Satzgewinn (25:19).

Der Kanadier eröffnete auch den Tiebreak (1:0), gefolgt von zwei Blocks von Kunstmann (4:2). Trotzdem ging Düren mit einer Führung in den Seitenwechsel (7:8) und baute diese weiter aus (7:10). Es brauchte ein weiteres Comeback – und Düren bekam es zu spüren. Cacic servierte stark und verschaffte Van Buren und Van Huizen die Chance zum Ausgleich (9:10, 10:10). Spätestens nach einer spektakulären Abwehr von Böhme kippte das Momentum (13:11). Mit einem starken Block machte MVP Van Huizen schließlich den Sieg klar (15:12).

„Es war ein hartes Spiel, aber ich bin sehr glücklich, dass wir nie aufgegeben und gekämpft haben. Es ist wirklich eine große Freude, Trainer von so einer Mannschaft zu sein, die zusammenhält und auch Unterstützung von der Bank bringt“, lobte Cheftrainer Adam Swaczyna sein Team. „Das war aus meiner Sicht der Schlüssel. Eigentlich rede ich nicht über individuelle Dinge, aber über Lucas Huckle müssen wir sprechen. Er musste heute für Lenny Graven spielen und hat seine Sache sehr gut gemacht. Wir haben einen Punkt liegen gelassen, aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“