| 19. Januar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Der VfB Friedrichshafen steht im Pokalfinale, ist in der Bundesliga Teil der Spitzengruppe und kämpft am Mittwoch (21. Januar, 20:00 Uhr live und frei empfangbar bei Sporteurope) um den Einzug in die Playoffrunde der des CEV Volleyball Cups. Cheftrainer Adam Swaczyna sieht diese Erfolge vor allem im Resultat aus harter Arbeit – und einem Teamgefüge, das besser nicht sein könnte.

Adam Swaczyna im Spiel gegen den SV Warnemünde | Bild: Alexander Hoth
Wenn man die Spieler auf dem Feld und auch auf der Bank beobachtet, hat man das Gefühl, dass sie sich sehr gut verstehen. Hat die Mannschaft lange gebraucht, um zusammenzufinden, oder ging das recht schnell?
Ich denke, das ging sehr schnell. Natürlich ist die Verbindung nach ein paar Monaten stärker als ganz am Anfang. Man kennt und versteht sich besser, die Spieler wissen, wie sie miteinander umgehen und wie sie sich innerhalb der Gruppe verhalten. Wichtig ist für mich, dass sie nicht nur individuell denken, sondern kollektiv. Genau deshalb arbeite ich sehr gerne mit dieser Mannschaft.
Heißt das, frei nach Franz Beckenbauer, sechs Freunde müsst ihr sein?
Es geht nicht darum, jeden Tag zusammen Pizza zu essen, Kaffee trinken zu gehen oder Paintball zu spielen. Wir werden besser, indem wir dieselben Ziele verfolgen. Wir alle wollen gemeinsam gewinnen, dafür arbeiten wir hart und bringen Opfer.
Als Trainer haben Sie eine gewisse Distanz zum Team, gleichzeitig ist die persönliche Ebene wichtig. Wie würden Sie Ihre Beziehung zur Mannschaft beschreiben?
Ich versuche, mich einzubringen und jeden Spieler individuell besser zu machen. Wenn die Spieler bereit sind zu arbeiten, ist das für mich einfacher. Ich habe eine gute Bindung zur Mannschaft, weil alle das Gleiche wollen: gewinnen und sich weiterentwickeln. Das schafft eine sehr gute Atmosphäre. Im Grunde ist es ziemlich einfach: Wenn du nicht weißt, was du vom Leben willst, und nicht bereit bist, dich für das Team zu opfern, dann wirst du Probleme mit mir haben.
In dieser Saison musste das Team mehrfach Ausfälle verkraften, hat diese Rückschläge aber souverän gemeistert. Wie ist das gelungen?
Die Gruppe, die wir jetzt haben, weiß, dass wir nur gemeinsam stark sind und dass wir jeden einzelnen brauchen. Nur so können wir gute Dinge erreichen. Es gab mehrere Situationen, in denen Spieler von der Bank kamen und das Spiel verändert haben – das ist extrem wichtig. Ein gutes Beispiel war das Pokalhalbfinale gegen Berlin, in dem mit Vojin Cacic ein Spieler eingewechselt wurde, der zuvor kaum gespielt hatte. Ohne ihn hätten wir dieses Spiel nicht gewonnen. Die Spieler müssen verstehen, dass sie persönlich Opfer bringen müssen – für das Wohl des Teams. Mit dieser Gruppe ist dieses Verständnis sehr schnell gewachsen.
Im Volleyball gibt es immer einen internen Konkurrenzkampf um die Plätze in der Starting Six. Wie wirkt sich das auf das Team aus?
Ich hoffe positiv. Wenn Spieler nicht um ihren Platz kämpfen würden, wäre etwas falsch. Jeder wird seine Chance bekommen, sich zu beweisen. Aber wenn diese Chance kommt, muss man bereit sein. Wenn du innerlich aufgibst, verlierst du Trainingsqualität, Fokus und Leistung – und auch deine Performance im Spiel wird darunter leiden. Deshalb hoffe ich, dass alle immer um Spielzeit kämpfen.
Gerade im Volleyball entscheidet oft die Teamchemie mehr als die individuelle Klasse einzelner Spieler. Wie wichtig ist das Teamgefüge für den Erfolg?
Wir können als Team viel gewinnen, aber das heißt nicht, dass wir beste Freunde sein müssen. Entscheidend ist, dass wir uns respektieren, verstehen und wissen, dass wir einander brauchen – denn Volleyball ist ein Mannschaftssport. Es gibt Spieler, die gerne viel Zeit miteinander verbringen, und andere, die lieber zu Hause bleiben. Das ist völlig in Ordnung. Wichtig ist, dass wir im Training und im Spiel alle auf das gleiche Ziel hinarbeiten. Das bedeutet nicht, dass wir alles gewinnen werden. Aber es bedeutet – und das ist das Wichtigste –, dass wir gemeinsam alles geben werden.