| 27. Januar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Friedrichshafen steht in der Playoffrunde des CEV Volleyball Cups. Die Häfler glichen im Achtelfinale bei Tectum Achel zunächst die 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel mit einem glatten 3:0 (25:19, 25:19, 25:20) aus und holten sich den Gesamtsieg mit 15:8 im Golden Set. Trotz großer Verletzungssorgen kämpfte die VfB-Rumpftruppe und wuchs über sich hinaus.

Grenzenlose Freude nach dem Einzug in die nächste Runde des CEV Cups | Bild: Tectum Achel
Zum Ende des Golden Sets stand die ganze Häfler Bank und jubelte bereits, noch bevor der letzte Ball der Partie überhaupt gespielt war. Der spätere MVP Gustavo Maciel blockte Jippe Schroeven (8:5), Vojin Cacic servierte zwei Asse (10:5, 11:5). Unter den Rufen „All Star Team“ versenkte Simon Kohn schließlich den letzten Ball des Abends. „Teilweise war in der Halle nur unsere Bank zu hören, das ist einfach unglaublich“, freute sich VfB-Trainer Adam Swaczyna nicht nur über den Einzug in die Playoffrunde, sondern auch über die Leistung seiner Mannschaft. „Wenn jemand wissen möchte, wie Teamsport funktioniert, dann sollte er sich dieses Spiel von heute Abend anschauen.“
Der Grund für diese Freude war in der Häfler Aufstellung zu suchen. Im Abschlusstraining am Dienstagmorgen meldete sich Zuspieler Aleksa Batak mit Rückenschmerzen ab, auch bei Jonas Van Huizen und Parker Van Buren war nach dem Bundesligaspiel gegen Giesen zwei Tage zuvor nicht an einen Einsatz über die volle Distanz zu denken. Cheftrainer Swaczyna startete deshalb mit Simon Kohn, Vojin Cacic, Louis Kunstmann, Gustavo Maciel, Kyle Hobus, Daniel Habermaas und Libero Lenny Graven – fast mit derselben Mannschaft also, die eine Woche zuvor noch das Hinspiel im CEV Volleyball Cup gegen die Belgier in eigener Halle mit 1:3 verloren hatte.
Diese Bürde war den Häflern zu Beginn auch anzumerken. Im ersten Satz stimmte die Abstimmung im Angriff noch nicht, dennoch hielt der VfB mit (8:8, 12:12) dagegen und ging dank seiner Physis in Führung. Maciel blockte Berre Peters (12:11) und legte wenig später noch einmal nach (15:12). Und weil der Argentinier gerade schon dabei war, schnappte er sich auch noch Schroeven (18:13). Cacic streute ein Ass ein (19:13), Kohn tat es ihm gleich (24:19) und Friedrichshafen holte sich nach einem weiteren starken Service des jungen Deutschen den Satz (25:19).
Habermaas wurde mutiger im Zuspiel und sorgte in Satz zwei für das erste Ass (8:5). Auch wenn Achel den Gästen auf den Fersen blieb (11:10), war Kunstmann im Block (13:10) und im Angriff präsent (17:14). Weil Tectum Achel nun verstärkt auf den deutschen Mittelblocker achtete, hatte Cacic freie Bahn (19:14, 20:15). Hobus ging beim Satzball zur Linie und zwang die gegnerische Defensive zum Overpass, den Kunstmann dankbar verwandelte (25:19).
Auch der dritte Durchgang begann mit zwei Blocks auf Seiten des Teams vom Bodensee (6:3, 7:3), und dieser Vorsprung hielt bis zum Satzende. Achel riskierte viel, war damit aber nur selten erfolgreich. Die Häfler blieben ruhig und erkämpften sich den Golden Set. Maciel vollendete durch die Mitte (25:20).
„Wir hatten heute eine großartige Energie auf dem Feld. Die Mannschaft hat entschieden, dass sie das unbedingt möchte – und das war das Ergebnis“, lobte Swaczyna sein Team. „So ist es einfach, eine Mannschaft zu coachen. Es war großartig, diese Leistung zu sehen. Heute waren wir besser als vor einer Woche, und auch in der emotionalen Situation im Golden Set sind sie cool geblieben. Ich bin sehr glücklich, und so müssen wir weitermachen.“
In der Playoffrunde wartet nun Alterna SPVB Poitiers. Die Franzosen setzten sich ebenfalls im Golden Set gegen Dinamo Bukarest durch. Das Team von Ex-Häfler Lukas Maase wird zuerst in der Häfler SPACETECH ARENA zu Gast sein (zwischen dem 10. und 12. Februar). Eine Woche später findet das Rückspiel in Frankreich statt. Die genauen Termine werden in Kürze bekannt gegeben.