| 29. Januar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Der VfB Friedrichshafen steht in der Playoffrunde des CEV Volleyball Cups, auch in der Bundesliga lief es zuletzt hervorragend. Zudem stehen die Männer vom Bodensee am 28. Februar im großen Zoi DVV-Pokalfinale in Mannheim. Für Zuspieler Aleksa Batak ist es die erste Saison als Kapitän eines Teams, für das er nur lobende Worte findet. Im Interview spricht der VfB-Regisseur über Verletzungsprobleme, Teamgeist und den Anspruch, immer ans Maximum zu gehen.

Voller Fokus auf das Pokalfinale | Bild: Alexander Hoth
In den letzten Wochen wird viel über Verletzungen gesprochen. Du hast beide Spiele gegen Achel nicht gespielt, viele erinnern sich noch an deine letzte Saison. Kannst du Entwarnung geben, dass es vor allem um Belastungssteuerung geht und nicht um etwas Ernstes?
Ja, wir haben im Moment tatsächlich einige Verletzungsthemen in der Mannschaft. Der Spielplan ist extrem eng und fordert uns allen viel ab – eigentlich kämpft jeder mit kleineren Wehwehchen. Ich persönlich versuche aber, nicht zu sehr auf das zu schauen, was letzte Saison war. Das war eine schwierige Phase, die mich am Ende auch stärker gemacht hat. Das gehört jetzt der Vergangenheit an. Seit ein paar Wochen habe ich Probleme mit dem Rücken. Deshalb versuchen wir, die Belastung so zu steuern, dass ich möglichst wenig Spiele verpasse, gleichzeitig aber nichts verschleppe. Dafür war eine kurze Pause notwendig, damit sich die Situation nicht verschlechtert. Im Moment geht es in eine gute Richtung, es gibt also keinen Grund zur Sorge. Außerdem möchte ich betonen, dass Daniel Habermaas das in dieser Phase wirklich sehr gut gemacht hat. Er hat viel Verantwortung übernommen, keine Sekunde gezögert und die Mannschaft als echter Leader geführt.
Du konntest das Spiel in Belgien von außen verfolgen. Die Bank war wie ein großer Fanblock. Habt ihr vorher darüber gesprochen oder ist das einfach so entstanden?
Das ist ganz natürlich entstanden. Wir haben vorher nichts Besonderes abgesprochen. Aber man hat gemerkt, wie sehr jeder mitgefiebert hat. Ich fand die Atmosphäre großartig – sowohl auf dem Feld als auch draußen auf der Bank. Man hat einfach gespürt, dass wir als Mannschaft zusammenstehen.
Als Kapitän hast du einen etwas anderen Blick auf die Mannschaft. Wie würdest du dieses Team beschreiben?
Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sind wir etwas jünger. Das merkt man daran, dass jeder sich zeigen und beweisen will, sobald er die Chance bekommt. Diese Energie tut uns gut. Natürlich gibt es zwischendurch Schwankungen, das ist bei einer jungen Mannschaft normal. Aber insgesamt gibt es viele Dinge, die dieses Team antreiben und nach vorne bringen.
Ihr habt jetzt über 20 Spiele bestritten und fast nie mit derselben Aufstellung gespielt. Macht euch das auch für die Gegner schwerer berechenbar?
Ja, auf jeden Fall. Jeder Spieler bringt andere Stärken, Eigenschaften und Gewohnheiten mit. Für den Gegner ist es dadurch deutlich schwieriger, sich auf einen festen Spielstil einzustellen oder einen klaren Matchplan zu entwickeln.
Ihr hättet nach der Heimniederlage gegen die Belgier vergangene Woche auch sagen können: Dann kommen wir eben nicht weiter und sparen uns zwei weitere Spiele vor dem Pokalfinale. Warum war das keine Option?
Weil das einfach nicht unserem Anspruch entspricht. Jeder in dieser Mannschaft gibt immer sein Maximum. Natürlich reicht das nicht in jedem Spiel zum Sieg, aber wir wollen jede Chance nutzen. Der CEV Cup ist ein großer Wettbewerb und bietet dem Verein und den Spielern eine wichtige Bühne. Gerade für junge Spieler – aber auch für alle anderen – ist es eine der besten Möglichkeiten, sich auf internationalem Niveau zu zeigen. Deshalb war Aufgeben für uns nie ein Gedanke.
Jetzt kommen viele wichtige Spiele. Wie geht ihr diese Phase an? Klar, das Pokalfinale ist das große Highlight, aber was ist der Plan für den Februar?
Zuerst einmal geht es darum, gut zu regenerieren und körperlich frisch zu bleiben. Das Pokalfinale hat natürlich einen besonderen Stellenwert, darauf wollen wir bestmöglich vorbereitet sein. Gleichzeitig setzen wir unsere tägliche Trainingsarbeit fort und bereiten uns Schritt für Schritt auf die kommenden Aufgaben vor. Wir wissen, dass viel auf uns zukommt, aber genau darauf liegt jetzt unser Fokus.