Die Chance auf den 18. Titel

27. Februar 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Zum Finale im Zoi DVV-Pokal ist inzwischen fast alles gesagt. Es ist die Neuauflage des Bundesliga-Halbfinals aus der Vorsaison, es ist der vierte Versuch der Lüneburger, den VfB in einem Pokalfinale zu schlagen, und es ist das Duell der beiden Kunstmann-Brüder Louis und Joscha – vor der Rekordkulisse von 12.000 Zuschauern in der Mannheimer SAP Arena. Wenn der VfB Friedrichshafen und die SVG Lüneburg am Samstag (28. Februar, 19:00 Uhr live bei Dyn) die neun mal 18 Meter große Spielfläche betreten, ist jedoch alles Gesagte Makulatur. Dann kämpfen zwei Spitzenteams um einen großen Titel.

Bruderduell um den Pokal: Louis gegen Joscha Kunstmann | Bild: Alexander Hoth

Bereits am Freitagmorgen machte sich der VfB auf den Weg ins rund drei Stunden entfernte Mannheim. Am Nachmittag stand eine Trainingseinheit in der SAP Arena auf dem Programm, am Samstagmorgen folgt eine weitere. Zeit zur Vorbereitung hatten beide Mannschaften in der vergangenen Woche ausreichend. „Seit Neujahr hatten wir zum ersten Mal unter der Woche kein Spiel“, berichtet VfB-Trainer Adam Swaczyna. „Es bestand fast die Gefahr, es mit dem Training zu übertreiben, denn jeder ist motiviert und will. Es hat Spaß gemacht, an vielen Kleinigkeiten zu arbeiten. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe, die Belastung in bestimmten Momenten auch zu steuern.“

Mehr Training bedeutet auch mehr Zeit zum Nachdenken. „Das gilt nicht nur für uns, sondern auch für Lüneburg“, so Swaczyna. Während der VfB die Chance auf den 18. Pokaltitel der Vereinsgeschichte hat, lechzt die SVG nach dem ersten großen Triumph. Dass Lüneburg in dieser Saison bereits dreimal – zweimal in der Liga und einmal im Ligacup – gegen Friedrichshafen gewonnen hat, verleiht dem Team von Stefan Hübner die Favoritenrolle. Für Swaczyna ist das jedoch kein Nachteil. „Manche Dinge können wir nicht ändern. Jeder weiß, worum es geht. Man kann sich nur bis zu einem gewissen Punkt vorbereiten – ich kann ja nicht Lüneburg und 12.000 Zuschauer ins Training einladen. Wir konzentrieren uns auf mögliche Spielsituationen. Entscheidend ist aber vor allem, cool zu bleiben.“

Diese Coolness hat der VfB zuletzt mehrfach unter Beweis gestellt – etwa beim Fünfsatz-Auswärtssieg in Düren oder im packenden Pokalhalbfinale gegen den Meister aus Berlin. Auch für das Finale hat Swaczyna einen klaren Plan, etwa den Gegner mit druckvollen Aufschlägen vor Probleme zu stellen. „Das bringt aber alles nichts, wenn wir unsere Chancen nicht nutzen“, betont er mit Blick auf die Heimniederlage gegen die SVG vor einem Monat. „Lüneburg wird seine Momente bekommen – mit starken Aufschlägen oder durch andere Aktionen. Dann müssen wir ruhig bleiben. In der Champions League hat man gesehen, wie die polnischen Teams gegen Lüneburg gewonnen haben: Sie haben kaum Fehler gemacht und sehr clever gespielt. Wir dürfen nicht an frühere Niederlagen denken. Es ist dieses eine besondere Spiel – und wer es gewinnt, ist Pokalsieger.“

Über 600 Häfler Fans werden ihr Team in der SAP Arena unterstützen und gemeinsam mit den Anhängern von Allianz MTV Stuttgart die blaue Wand bilden. Diese Unterstützung ist für den Cheftrainer „sehr wichtig“, um die letzten Prozent aus seiner Mannschaft herauszuholen. Eine Botschaft gilt dabei für Ränge und Spielfeld gleichermaßen: „Wir dürfen nicht ausflippen, wenn wir die Chance auf einen Satzgewinn haben, und wir dürfen nicht die Ruhe verlieren, wenn ein Satz an den Gegner geht. Das Wichtigste ist: Wir müssen kämpfen und dürfen niemals aufgeben.“