El Clásico im Halbfinale

10. April 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Das Aufeinandertreffen des VfB Friedrichshafen und der Berlin Recycling Volleys hatte schon viele Namen: „das ewige Duell“, „das Duell der Giganten“, in Anlehnung an die spanische Fußballliga auch gerne einmal „El Clásico“. Sicher ist: Seit 1998 ging der Titel entweder an den Bodensee oder an die Spree. Doch zum ersten Mal seit der Saison 2011/12 werden die beiden Clubs nicht im Finale, sondern bereits im Halbfinale der Playoffs aufeinandertreffen. Am Samstag (11. April, 18:00 Uhr, live bei Dyn) startet die Serie in der Berliner Max-Schmeling-Halle.

Friedrichshafen hat gute Erinnerungen an das Duell mit Berlin | Bild: Alexander Hoth

Die Erleichterung war Cheftrainer Adam Swaczyna deutlich ins Gesicht geschrieben, als am Mittwochabend der Matchball im dritten Viertelfinale gegen die Barock Volleys MTV Ludwigsburg verwandelt war. Mit ein wenig Verspätung – die Häfler hatten ihr zweites Spiel der „best-of-three“-Serie in Ludwigsburg mit 1:3 verloren – war der Einzug ins Halbfinale geschafft. Der Gegner, die Berlin Recycling Volleys, konnten sich mit 2:0 gegen die Netzhoppers durchsetzen und sparten sich die Extra-Partie – mehr Vorbereitungszeit und Regeneration inklusive.

VfB-Trainer Adam Swaczyna hätte sich „natürlich auch mehr Zeit zur Vorbereitung“ gewünscht, wie er zugibt. „Aber am Ende wird das keinen Unterschied machen. In den Playoffs geht es darum, einen Titel zu gewinnen. Da will ich von jedem meiner Spieler maximalen Einsatz sehen, auch wenn sie müde sind. Trotzdem versuchen wir natürlich, die Belastung ein bisschen zu steuern, um für Samstag bereit zu sein.“

Denn schon am Samstagabend wird sich eines der beiden Teams einen wichtigen Sieg in Richtung Finale sichern können und eine Woche später am Bodensee (18. April, 20:00 Uhr) den ersten Matchball in Richtung Finale haben. Einen Vorteil für den VfB sieht Adam Swaczyna dabei in den vergangenen Spielen: „Mental wird uns das sicherlich helfen“, ist er zuversichtlich, denn die Häfler schlugen den Rekordmeister in dieser Saison bereits zweimal – einmal in der Liga, einmal im Halbfinale des ZOI DVV-Pokals. „Wir wissen, dass wir uns gegen die Berliner durchsetzen können. Allein an den eigenen Sieg zu glauben, kann in so einer Serie einen großen Unterschied machen“, erklärt der Cheftrainer.

Normalerweise können sich Volleyballfans schon in einem solchen Halbfinale der Playoffs auf spannende Best-of-Five-Serien um den Einzug ins Finale freuen, doch in diesem Jahr gibt es eine kleine Änderung. Da die SVG Lüneburg das Finale des CEV Cups erreichte, wird die Halbfinalserie für alle Teams auf Best-of-Three verkürzt. Da der VfB in der Serie nicht als Favorit gilt, kann die verkürzte Serie durchaus helfen: „Da wir in der Tabelle einen Platz weiter unten stehen, ist es für uns natürlich besser, Berlin nur in zwei von drei Spielen schlagen zu müssen als in drei von fünf“, sagt Swaczyna.

Trotzdem wollen die Häfler die Rolle des Underdogs annehmen und „wissen, dass es ein schweres und intensives Halbfinale wird“, meint der Cheftrainer abschließend. Beide Teams werden nahezu in Bestbesetzung antreten. Beim VfB fehlt der Langzeitverletzte Parker Van Buren, bei Berlin sind Mittelblocker Nemo Mote und Außenangreifer Moritz Reichert nach Verletzungen erst kürzlich wieder zum Team gestoßen. „Aber am Ende geht es im Volleyball nicht um Namen und Budgets“, weiß Swaczyna aus Erfahrung. „Sondern darum, wer diesen Titel mehr will.“