| 05. Juni 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Nach dem Wechsel von Zuspieler Aleksa Batak hat der VfB Friedrichshafen einen neuen Regisseur gefunden. Der 26-jährige niederländische Nationalspieler Joris Berkhout wechselt zur Saison 2026/27 von den SWD powervolleys Düren zu den Häflern und hat einen Einjahresvertrag unterschrieben. Mit Berkhout kommt der Zuspiel-Shootingstar der abgelaufenen Spielzeit an den Bodensee und möchte seinem steilen sportlichen Aufstieg nun die Krone aufsetzen.

Joris Berkhout spielt kommende Saison auf der anderen Netzseite zu | Bild: JD-PhotoArt
„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man kriegt“, ist wohl eines der berühmtesten Filmzitate der Geschichte. Als Tom Hanks diesen Satz 1994 in seiner Rolle als Forrest Gump prägte, war Joris Berkhout noch lange nicht geboren. Trotzdem würde der 26-Jährige wohl voll zustimmen. „Meine Karriere war bis jetzt wie die Fahrt in einer Achterbahn“, erzählt er. Als mehrfacher niederländischer Meister wechselte Berkhout 2023 zum belgischen Topclub Maaseik – „mit großen Erwartungen, die sich leider nicht erfüllt haben“.
Nach einem weiteren Jahr in den Niederlanden klopften erst die powervolleys Düren und schließlich auch die Nationalmannschaft an. Mit den „Lange Mannen“ blühte Berkhout auf und spielte sich in die Startformation um die Superstars Nimir Abdel-Aziz und Bennie Tuinstra. Mit diesem Rückenwind mischte Berkhout auch die Bundesliga auf und war „einer der entscheidenden Gründe, warum Düren so schwierig zu schlagen war“, wie VfB-Cheftrainer Adam Swaczyna weiß. „Der Sommer war wirklich gut“, fasst Berkhout seinen Weg nach oben zusammen. „Diesen Flow möchte ich jetzt nutzen, um den nächsten Schritt zu machen.“
Joris Berkhout entschied sich für den VfB Friedrichshafen, auch wenn ihm dieser Schritt – zumindest emotional – „nicht leichtgefallen“ ist, wie er selbst sagt. „Düren ist ja kein schwaches Team und wir hatten wirklich eine gute Saison, die ich sehr genossen habe. Wenn du aber ganz nach oben willst, musst du jede Chance nutzen, um zu wachsen“, erklärt er seinen Wechsel zum großen Ligarivalen vom Bodensee. „Ich kann mir schon denken, dass das für die Fans in Düren eine harte Entscheidung ist, aber ich muss meinen eigenen Weg gehen.“
Adam Swaczyna wird diese Worte gern hören. Der Pole, der im Sommer Nationaltrainer Österreichs ist, lobt die Qualitäten des Niederländers, der in die Fußstapfen von Aleksa Batak treten wird. „In den vergangenen Monaten hat sich seine Karriere wahnsinnig steil entwickelt. Charakterlich und als Spieler ist Joris ein Typ, den wir brauchen, um in Friedrichshafen etwas aufzubauen.“
Berkhout möchte aber nicht nur etwas aufbauen, er möchte auch etwas gewinnen. „Das will hier ja der ganze Club, das kann man in den Augen der Leute sehen“, sagt er. „Und da gehören alle dazu: die Spieler, die Trainer, die Mitarbeiter und die Fans. Man hat im Pokalfinale gesehen, dass der VfB ganz nah am Titel dran war. Und wir dürfen uns nicht davor scheuen, den Titelhunger auch ganz klar zu kommunizieren.“
Oder um es mit einem weiteren Forrest-Gump-Zitat auszudrücken: „Und das ist alles, was ich dazu zu sagen habe.“