| 30. Juni 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Der VfB Friedrichshafen verpflichtet eines der spannendsten Talente des kubanischen Volleyballs. Mittelblocker Alexis Wilson Velázquez wechselt vom thailändischen Club Diamond Food Fine Chef Samutsakorn an den Bodensee und unterschreibt einen Vertrag über zwei Jahre. Der erst 22-Jährige bringt außergewöhnliche körperliche Voraussetzungen mit und soll beim VfB den nächsten Schritt seiner Entwicklung gehen.

Alexis Wilson im VNL-Spiel gegen China | Bild: FIVB
Manchmal fällt der erste Blick gar nicht auf die Technik oder die Erfahrung, sondern auf das Potenzial. Genau das sieht VfB-Cheftrainer Adam Swaczyna in seinem Neuzugang. „Er ist sehr jung und will definitiv arbeiten. Alexis hat großes Potenzial und ich freue mich vor allem darauf, mit ihm an seiner Technik zu arbeiten“, sagt der Pole. Der Vergleich mit Ex-Häfler Jose Masso liege dabei nahe, greife aber zu kurz. „Das sind zwei komplett unterschiedliche Spieler. Allerdings hat er ähnliche Anlagen: Er ist sehr physisch und hat eine enorme Sprungkraft.“
Dass Wilson trotz seines jungen Alters bereits Erfahrungen außerhalb seiner Heimat gesammelt hat, spielte bei der Verpflichtung ebenfalls eine Rolle. Nach seinen ersten Profijahren in Kuba zog es den 22-jährigen Mittelblocker in die Türkei und nach Thailand, wo er vor allem mit seiner Offensivstärke überzeugte. „Er ist offensiv wirklich stark, das hat er schon dort gezeigt“, sagt Swaczyna. Parallel sammelt der 22-Jährige in diesem Sommer weitere wertvolle Erfahrungen mit der kubanischen Nationalmannschaft in der Volleyball Nations League. „Dass er diese Chance bekommt, ist großartig für ihn.“
Mit dem Wechsel nach Friedrichshafen beginnt für Wilson nun das nächste Kapitel seiner Karriere – und gleichzeitig sein erstes Engagement in Europa. Entsprechend klar formuliert der Kubaner seine Ziele: „Ich möchte so viel wie möglich spielen und meine erste Erfahrung in Europa genießen. Ich glaube, dass ich hier viel lernen und mich weiterentwickeln kann.“ Vor seiner Entscheidung sprach Wilson auch mit Landsmann Masso, der ihm ein positives Bild vom VfB zeichnete. „Er hat mir erzählt, dass Friedrichshafen ein sehr professioneller Club ist. Eine Mannschaft, die immer gewinnen will und in der sich alle gegenseitig helfen“, berichtet der Mittelblocker.
Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit scheinen damit geschaffen. Der VfB bekommt einen Spieler mit außergewöhnlicher Athletik und großem Entwicklungspotenzial – Velázquez wiederum findet ein Umfeld vor, in dem junge Talente seit Jahren den Sprung auf das nächste Niveau schaffen. Genau das ist es, was den Kubaner an seiner neuen Aufgabe reizt. „Die Fans können von mir einen fröhlichen Spieler erwarten, der immer alles dafür gibt, zu gewinnen“, verspricht Wilson. Worte, die gut zu einem Spieler passen, dessen Entwicklung längst noch nicht abgeschlossen ist – und der am Bodensee nun den Feinschliff erhalten soll.