Simon Kohn feiert Debüt in der Nationalmannschaft

24. Juli 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Simon Kohn blickt auf einen ereignisreichen Sommer zurück. Erst sollte der 21-Jährige sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft ausgerechnet in seiner Heimatstadt Ulm feiern, dann bremste ihn eine Verletzung aus. Als die Hoffnung auf den ersten Einsatz schon fast verflogen war und Kohn bereits wieder zu Hause auf dem Sofa saß, wurde sein Traum vom Adler auf der Brust doch noch wahr.

Großer Schritt: Simon Kohn ist deutscher Nationalspieler | Bild: Alexander Hoth

Vergangenen Sonntag lag Simon Kohn abends auf der Couch, sein Handyakku hatte noch genau ein Prozent. „Ich war eigentlich schon auf dem Weg ins Bett“, lacht der 21-Jährige. „Gut, dass ich da noch nicht war und dass der Akku gehalten hat.“ Denn der Akku reichte gerade noch für einen Anruf des Deutschen Volleyball Verbands. Kohn wurde kurzfristig für die Volleyball Nations League nachnominiert. Schon am nächsten Tag ging es für den Außenangreifer von Stuttgart nach Belgrad. „Ich war ja eigentlich schon von der Nationalmannschaft abgereist. Das war schon eine Überraschung.“

Für Kohn war es nicht die erste unerwartete Wendung in seinem ersten Nationalmannschaftssommer. Einmal fiel er für sechs Wochen aus, weil er sich beim Krafttraining am Fuß verletzte. Für den gebürtigen Ulmer war das besonders bitter, da er eigentlich in seiner Heimatstadt sein Debüt für Deutschland hätte feiern sollen. „Da war ich schon enttäuscht“, gibt er zu. „Trotzdem freue ich mich, dass es jetzt in Serbien doch noch geklappt hat. Solche Momente vergisst man vermutlich sein Leben lang nicht.“

Insgesamt kam Simon Kohn zu vier Kurzeinsätzen in der Nations League. Vor allem mit seinem Aufschlag rechtfertigte der VfB-Profi seine Nominierung. Kohn ist einer von insgesamt vier ehemaligen Talenten eines Doppeljahrgangs, denen der Sprung in die A-Nationalmannschaft gelungen ist. Für die Juniorenauswahl hatte es vor ein paar Jahren noch nicht gereicht. „Ein bisschen Genugtuung ist das schon“, gibt er zu, weiß aber auch, dass vor allem der Positionswechsel vom Libero zum Außenangreifer einen großen Beitrag dazu geleistet hat. „Da war auch ein bisschen Zufall dabei, aber die Trainer beim VfB haben erkannt, dass das gut funktionieren kann. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Simon Kohn ist zwar der neueste, aber nicht der einzige Nationalspieler seiner Familie. Seine Schwester Hannah trug schon ein Jahr früher den Adler auf der Brust. „Das ist schon sehr cool, dass wir so etwas als Familie teilen können“, sagt Kohn, der 2028 in Los Angeles gemeinsam mit seiner Schwester bei den Olympischen Spielen antreten könnte. „Natürlich ist Olympia ein Traum. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Beide Mannschaften müssen sich erst einmal qualifizieren und ich muss mich dauerhaft im Nationalteam etablieren. Wenn das irgendwann klappt, wäre das großartig. Im Moment denke ich aber Schritt für Schritt.“

Der nächste Schritt führt Simon Kohn wieder an den Bodensee. Während seine Nationalmannschaftskollegen bei der Europameisterschaft um Medaillen kämpfen wollen, startet er in Friedrichshafen in die Vorbereitung auf die neue Club-Saison. „Der Trainer hat mich gefragt, ob ich noch eine längere Pause brauche, aber das möchte ich gar nicht“, sagt er. „Eigentlich mag ich die Vorbereitung, weil man sich an seine Grenzen bringt. Natürlich ist sie anstrengend, aber genau dort legt man die Grundlage für die Saison. Außerdem hatte ich durch meine Verletzung zwischendurch ohnehin sechs Wochen Pause. Seit der Nations League habe ich jetzt noch einmal rund drei Wochen frei, inklusive Kurzurlaub. Das reicht mir völlig.“