Zwei Testspiele, zwei Siege: VfB startet erfolgreich in die Vorbereitung

17. September 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Einmal St.Gallen, einmal Biberach. Der VfB Friedrichshafen hat seine ersten beiden öffentlichen Testspiele fernab der SPACETECH ARENA erfolgreich absolviert, musste in einer Partie aber über die volle Distanz gehen.

Pierre Toledo zeigte beim Test gegen Waldviertel eine starke
Leistung. | Bild: Alexander Hoth

Es ist ja immer so eine Sache mit den Testspielen. Wie sind sie sportlich einzuordnen? Wie hoch ist der Attraktivitätsfaktor, vor allem wenn noch etwa die Hälfte der eigentlichen Mannschaft fehlt? Wie eingespielt ist das Team? Eines kann man nach den zwei absolvierten Tests beim VfB Friedrichshafen auf jeden Fall sagen: Hoher Unterhaltungswert war stets geboten. Vor allem am Mittwochabend in Biberach. Nach 0:2-Rückstand gegen Union Raffeisen Waldviertel drehten die Häfler das Spiel, konnten so ihre weiße Weste behalten und boten den rund 300 Zuschauern in der Wilhelm-Leger-Sporthalle zudem knapp 3 Stunden Volleyball-Entertainment. Weiße Weste, weil das Team von Trainer Adam Swaczyna bereits den Test am Samstag in der Schweiz gegen St. Gallen mit 3:1 siegreich gestalten konnte. Und Entertainment, weil sich der VfB mit dem österreichischen Gegner einen engen Fight lieferte, der vor allem beim 33:31 im dritten Satz gipfelte.

„Wir arbeiten momentan sehr hart, hatten zum Beispiel sechs Trainingseinheiten in den letzten drei Tagen. Da passiert es dann auch mal, dass Spiele nicht so perfekt laufen“, resümierte Adam Swaczyna nach der Partie in Biberach. Denn perfekt lief der Vergleich mit dem letztjährigen Dritten der österreichischen Bundesliga am Mittwoch nicht – vielmehr musste man auf der Tribüne in Biberach Ende des dritten Durchgangs Sorgen haben, überhaupt einen Satzgewinn des VfB bejubeln zu können.

Friedrichshafen fand allgemein schwer in die Partie, viele Fehler und Abstimmungsprobleme prägten das Bild, dazu kam ein Gegner, der sehr gut eingestellt war. Diagonalangreifer Pierre Toledo konnte sich immer wieder gut in Szene setzen, sowohl mit schönen Angriffen als auch mit Assen. Dazu feierte der frisch angereiste Australier Sam Flowerday sein Debüt für den VfB. Hart gesagt waren das aber auch die einzigen positiven Aspekte in den ersten zwei Sätzen, die beide mit 21:25 an Waldviertel gingen.

Auch der dritte Abschnitt verlief zunächst im gleichen Trott, ehe die Männer um Interimskapitän Mateusz Czunkiewicz gegen Ende den Schlüssel zum Spiel fanden. Zwar mussten die Häfler wenig später den ersten Matchball abwehren, dies gelang aber durch Debütant Flowerday. Von da an vergaben beide Teams mehrere Satz- beziehungsweise Matchbälle, sodass man sich bis zum 32:31 hochschaukelte. Und da war der neue australische Außenangreifer beim VfB erneut zur Stelle und brachte sein Team auf die Anzeigentafel.

Nun war der Knoten bei den nominellen Gastgebern offensichtlich gelöst, Zuspieler Rubén Lorente konnte seine Angreifer aus einer jetzt stabileren Annahme zunehmend besser in Szene setzen. Auch die langen Ballwechsel gingen jetzt nach Friedrichshafen, zudem konnten die Mannen vom Bodensee immer wieder Highlights einstreuen (Ass Toledo, Block Lorente). Ein schöner Angriff von Simon Kohn unterstrich die nun breite Häfler-Brust, ehe ein Fehler von Waldviertel zum Satzausgleich führte.

Nachsitzen also für Spieler und Fans in Biberach, denn der VfB wollte jetzt auch den zweiten Testspielsieg binnen fünf Tagen. Pierre Toledo glich per Ass zum 5:5 aus, Sam Flowerday zeigte einmal mehr keine Nerven und wehrte den nächsten Matchball ab. Am Ende war es dann ein erneuter Fehler von Raffeisen Waldviertel, der den 3:2-Sieg für den VfB Friedrichshafen bedeutete.

Unter dem Strich ist es ergebnistechnisch bislang ein erfolgreicher Start in die Vorbereitung, dennoch betonte auch der Cheftrainer, dass noch viel Arbeit vor dem Team liegt. Positiv für Swacyzna ist aber, dass mit Rubén Lorente und Sam Flowerday zwei vollwertige und wichtige Bausteine im Kader jetzt immer mehr integriert werden können. Ihr Potenzial deuteten die beiden vor allem in Biberach schon an. „Wir sind froh, dass sie da sind und warten natürlich auf die noch fehlenden Spieler. Aber so ist das in der Vorbereitung. Wir werden weiter hart arbeiten und freuen uns darauf, wenn wir endlich vollzählig sind“, sagte Adam Swacyzna noch zur Personalsituation.