VfB beendet Turnier in Hartberg auf Platz 2

02. Oktober 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Der VfB Friedrichshafen hat sich bei der sehr prominent besetzten „Coppa senza Confini“ im österreichischen Hartberg gut verkauft und unterliegt im Finale nur den Favoriten aus Verona mit 0:3.

Der VfB Friedrichshafen beendet das Turnier in Hartberg auf einem starken zweiten Platz.

Die Vorfreude auf den Härtetest nahe der ungarischen Grenze war schon groß und vor allem Adam Swaczyna sollte sich am Ende in seiner Meinung vor dem Turnier bestätigt sehen. „Wir freuen uns darauf, uns mit den Besten zu messen. Diese Härtetests brauchen wir in der Vorbereitung“, meinte der polnische Übungsleiter vor der Abfahrt nach Hartberg. Den Härtetest bekam der VfB in beiden Spielen, zunächst im Halbfinale, weil das Halbfinale gegen ACH Volley Ljubljana erst im Tie-Break gewonnen wurde. Und dann im Finale, weil dort sportlich eines der besten Teams Europas wartete. Rana Verona. Die Italiener hatten ihrerseits das Halbfinale gegen die Gastgeber aus Hartberg mit 3:1 gewonnen, waren schon aus der zweitägigen Testspielreise nach Venetien bekannt, als die Häfler mit 1:3 unterlagen. Aber der Reihe nach.

Nach der gut verlaufenen Anreise und der anschließenden Gala kam das fast vollständige Team des VfB (nur Mittelblocker Alexis Wilson fehlte im Aufgebot) am Donnerstagabend gegen Ljubljana gut in die Partie. Im Zuspiel feierte Neuzugang Joris Berkhout sein Debüt, ebenfalls durfte Außenangreifer Germán Gómez zum ersten Mal das Häfler-Trikot tragen. Rückkehrer Gustavo Maciel begann im Mittelblock neben Stefan Kokeza, ansonsten komplettierten Pierre Toledo, Sam Flowerday und Mateusz Czunkiewicz die Startformation Friedrichshafens. Und Gustavo Maciel schien überhaupt keine Anlaufschwierigkeiten zu benötigen, gleich zweimal blockte der Argentinier zu Beginn resolut und sorgte dafür, dass dem VfB ein guter Start gelang. Deutlich besser griffen die Mechanismen ineinander, als noch in den vergangenen Testspielen, Stefan Kokeza veredelte das erste Tempo zum 7:3, kurz danach zwang Germán Gómez die Slowenen per Block zur Auszeit. Zwar kämpften sich diese in der Folge ran und glichen auch aus, aber einmal mehr war in der Crunchtime auf Sam Flowerday Verlass. Der Australier war erst per Pipe zum 20:19 erfolgreich und ließ es dann in der Stadtwerkhalle zu Hartberg krachen. Schlussendlich besorgte Stefan Kokeza per Ass die 1:0-Satzführung (25:23).

Der zweite Satz ist relativ schnell erzählt, Ljubljana zog die Zügel etwas an, beim VfB schlichen sich mehr Fehler ein. So ging der zweite Satz mit 18:25 an die in Orange agierenden Slowenen, alles wieder auf Null also.

Der VfB lieferte die passende Antwort. Der eingewechselte Simon Kohn schlug den Ball beim 11:9 longline stark über die Schulter, Stefan Kokeza blockte resolut zum 19:17. Weil Germán Gómez stark aufschlug und Simon Kohn schnell schaltete und den Overpass beim Satzball direkt verwertete, gingen die Häfler wieder mit 2:1 nach Sätzen in Führung (25:21).

Satz vier war ein wenig die Blaupause zum zweiten Abschnitt. Die Slowenen fanden bessere Lösungen, der VfB konnte nur teilweise glänzen. Gómez und Kokeza fanden sehenswerte Lösungen, am Ende organisierte sich Ljubljana durch das 19:25 aber den Tie-Break.

Hier war der VfB wieder voll da. Germán Gómez blockte zum 2:0, Pierre Toledo servierte das Ass zum 5:1. Simon Kohn war jetzt richtig angezündet,   scorte stark und brachte seine Farben näher ans Finale. Dieses machte am Ende Germán Goméz klar, das 15:11 bedeutete gleichzeitig den Finaleinzug. „Wir haben viel umsetzen können, was wir wollten. Das war ein sehr ordentlicher Auftritt, der definitiv Lust auf mehr macht“, sagte Außenangreifer Simon Kohn nach der Partie.

Im Finale am Freitagabend wartete dann gleichwohl ein anderes Kaliber. Verona, die mit einer eigens von DAZN kreierten Dokumentation aufwarten können (allein das zeigt die Kräfteverhältnisse), ist dann doch nochmal eine andere Güteklasse. Stars wie Noumory Keita, Micah Christenson und Anders Mol sprechen für sich.

Vor der Partie hatte Headcoach Fabio Soli die Defense der Häfler gelobt, auf der anderen Seite wollte Adam Swaczyna vor allem Charakter von seinem Team sehen.

Ohne Veränderung zum Vortag starteten die Häfler in dieses Finale und sie starteten gut, blockten sich regelrecht zur 5:1-Führung. Vor allem Pierre Toledo stach mit seinem Einer-Block heraus. Verona fing sich dann aber, und es entwickelte sich ein Satz auf Augenhöhe. Dennoch stand der VfB in der Abwehr sehr gut, am Netz räumte Gustavo Maciel weiter viel auf (9:6). Verona erhöhte nun den Druck, das mündete aber oft auch in Fehlern der Italiener. Beim 21:20 übernahm der VfB durch ein Toledo-Ass wieder die Führung, eine überragende Annahme von Mateusz Czunkiewicz und das erste Tempo für Stefan Kokeza bescherten den Häflern das 23:22. Die starke individuelle Klasse von Verona setzte sich letztlich aber durch, so zogen Keita und Co. im Nachsitzen den ersten Satz (26:28).

Unbeeindruckt ging der VfB im zweiten Durchgang zu Beginn gleich wieder in Führung, erst räumte Gustavo Maciel Keita ab, dann war der Argentinier gleich wieder zur Stelle. Weil auch sein Landsmann Germán Gómez Lust auf Volleyball hatte und ein Ass servierte, blinkte das schnelle 3:0 auf der Anzeigentafel der Stadtwerkhalle in Hartberg auf. Friedrichshafen blieb dran, Stefan Kokeza blockte Verona in die Auszeit (8:3), dann war Pierre Toledo mit schnellem Arm longline zur Stelle. Aber Verona zeigte einmal mehr Nehmerqualitäten und ging selbst in Führung, beim 15:16 musste nun Adam Swacyzna seinerseits das Time-Out ziehen. Das erste Tempo war beim VfB oft die erste Wahl, oft war es erfolgreich, wie etwa beim 17:17 durch Gustavo Maciel. Beim 20:19 blockte Sam Flowerday gegen Noumory Keita, am Ende gingen den Mannen vom Bodensee aber wieder in der entscheidenden Phase die Kräfte aus. Wieder waren es nur zwei Punkte unterschied, wieder holte sich Rana Verona den Satz (23:25).

Der dritte Abschnitt begann dann ausgeglichen, Geburtstagskind Joris Berkhout war mit der Zuspielfinte zum 4:5 erfolgreich. Der einmal mehr starke Germán Gómez knallte der italienischen Annahme dann das Ass zum 8:8 um die Ohren, Simon Kohn tat es ihm zum 12:11 gleich. Der VfB hatte jetzt über einen längeren Zeitpunkt die knappe Führung inne, auch begünstigt durch einige Fehler Veronas. Beim 23:21 scorte Simon Kohn aus einer ganz schwierigen Situation lang diagonal, kurze Zeit später hatte der VfB Satzball. Es war aber die Geschichte dieses Spiels. Eigentlich spielten die Häfler ein sehr gutes Spiel, waren in jeder Hinsicht auf Augenhöhe mit dem Favoriten. Nur in der Endphase eines jeden Satzes setzte sich am Ende die Cleverness und Klasse der Italiener durch. So auch im dritten und letzten Durchgang, dieser ging am Ende mit 24:27 an Verona, die damit auch das Spiel und den Pokal mit nachhause nahmen.

„Klar nervt es jetzt, dass wir das Spiel verloren haben, wir waren nah dran. Aber wir sind so kurz zusammen, das ist schon okay. Es sind gerade ein paar gemischte Gefühle“, sagte Joris Berkhout kurz nach dem Spiel.

Insgesamt zeigten die Häfler aber ein sehr couragiertes Turnier, konnten sich auch im Finale nochmal steigern. Das sah auch Außenangreifer Simon Kohn so: „Das war ein gutes Turnier, gute Tests gegen sehr gute Gegner. Wir würden uns freuen, nächstes Jahr nochmal zu kommen, dann wollen wir auch den Pokal.“

Zunächst geht es aber erst einmal zurück an den Bodensee, dort wartet am Samstag um 15 Uhr dann endlich der erste Auftritt in der heimischen SPACETECH ARENA. Zur Saisoneröffnung empfängt das Team von Coach Adam Swaczyna Chaumont Volley-Ball.