| 03. November 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Der VfB Friedrichshafen schlägt den VCO im Sportforum Berlin nach weitestgehend dürftiger Leistung mit 3:1 und holt sich im ersten Berlin-Auftritt alle drei Zähler.

Der VfB gewinnt beim VCO Berlin. | Foto: Arvid Kinder
Selten glanzvoll, am Ende aber erfolgreich. So lässt sich dieses erste Spiel in der Hauptstadt wohl ganz gut beschreiben. Bei aufopferungsvoll kämpfenden Gastgebern musste der zu Beginn eher lethargische VfB den ersten Satz abgeben, kämpfte sich dann aber mit einer zumindest besseren Leistung ins Spiel zurück. Am Ende drehten die Häfler um MVP Simon Kohn die Angelegenheit, holten sich alle drei Punkte und übernachten auf dem zweiten Tabellenplatz. „Wir sind schon auch froh, dass wir das Spiel hinter uns gebracht haben. Uns hat der Fokus gefehlt, morgen müssen wir das besser machen“, meinte Oskar Berg Mikkelsen nach der Partie.
Im altehrwürdigen Sportforum in Hohenschönhausen rotierte Adam Swaczyna seine Startaufstellung ordentlich durch. Im Zuspiel begann Rubén Lorente, Diagonal startete Parker Van Buren. Die Außen bildeten Sam Flowerday und Jonas Van Huizen, im Mittelblock durften zunächst Alexis Wilson und Oskar Berg Mikkelsen ran. Die Liberoposition bekleidete am Dienstagabend Lucas Huckle.
Die Partie begann ausgeglichen, den ersten eigenen Häfler-Angriffspunkt markierte Jonas Van Huizen zum 4:3. Allgemein startete der VfB aber relativ schleppend in dieses erste Spiel in Berlin, lief länger einem Rückstand hinterher. Beim 8:11 aus Friedrichshafener Sicht griff Adam Swaczyna erstmals ein und nahm die Auszeit. Die half allerdings überhaupt nicht, im Gegenteil, der VCO zog weiter davon. Simon Kohn kam für Sam Flowerday, Adam Swaczyna musste beim 10:16 bereits seine zweite Auszeit ziehen. Dem eingewechselten Joris Berkhout gelang dann mal das Ass zum 12:17, Pierre Toledo war zum 17:21 erfolgreich. Stefan Kokeza brachte einen der selten sauberen Angriffe zum 19:23 durch, am Ende holte sich der VCO allerdings hochverdient den ersten Durchgang.
Auch der zweite Satz war aus VfB-Sicht zu Beginn eine zähe Angelegenheit. Alexis Wilson verwertete das erste Tempo zum 3:3, wirklich besser wurde das Ganze im Sportforum zunächst aber nicht. Quasi als Blaupause zum ersten Durchgang zog Adam Swaczyna beim 9:11 das Time-Out, sein Team reagierte darauf immerhin mit dem Ass durch Pierre Toledo und der Führung (12:11). Der Franzose baute dann auch auf 14:12 aus, der VfB agierte jetzt gegen immer noch bärenstarke Berliner wesentlich stabiler. Gustavo Maciel scorte per Ass zum 16:13, Pierre Toledo besorgte gegen sich aufbäumende Gastgeber das 21:19. Mittelblocker Maciel blockte in der Folge zum 22:20, ein resistenter VCO glich aber wieder aus. Die absolute Crunchtime war jetzt angesagt, Simon Kohn sorgte wieder für die Führung der Gäste vom Bodensee. Ein Fehler der Berliner führte dann zum Satzausgleich.
Der Knotenlöser für Friedrichshafen? Nun ja. Pierre Toledo sorgte zumindest per wuchtiger Aktion zum 1:1-Ausgleich, dann hämmerte Simon Kohn seinen Angriff die Linie runter. Dem Außenangreifer gelang in der Folge auch das Ass zum 6:5, seine Serie an der Linie bedingte die Berliner Auszeit (9:5). Der VfB war jetzt wesentlich besser drin, Joris Berkhout spielte Simon Kohn für den Pipe frei, dann griff Jonas Van Huizen sehenswert an. Pierre Toledo blockte überragend zum 14:7, dann beendete Stefan Kokeza einen langen Ballwechsel rabiat zum 17:9. Die Häfler waren jetzt endlich in der Hauptstadt angekommen, Jonas Van Huizen beendete den Satz mit seinem Pipe zum 25:17.
Der VfB wollte nun einen schnellen Abschluss und keinen Zweifel mehr am Sieg aufkommen lassen. Der Block stand zum 1:0, dann blockte Stefan Kokeza zum 4:4. Ab da setzten die Mannen vom Bodensee das zuvor beschriebene Vorhaben auch in die Tat um. Erneut Kokeza blockte zum 6:5, Simon Kohn scorte sehenswert zum 12:9. Weil Stefan Kokeza den Monster-Block auspackte und Kohn immer mehr in den Rhythmus kam, baute das Swaczyna-Team die Führung aus. Ein Berkhout-Ass zwang den VCO beim 18:13 zur Auszeit, Pierre Toledo blieb in der Folge zweimal eiskalt – wieder Auszeit Berlin. Die jungen Hauptstädter gaben sich aber nicht auf, zwangen Adam Swaczyna seinerseits zur Unterbrechung (21:18). Unter Kontrolle hatte der VfB nun längst nichts mehr, Gustavo Maciel beruhigte aber die Nerven der Häfler und stellte auf 22:20. Pierre Toledo versenkte am Ende dann den schwierigen Matchball zum 25:23 und bescherte seiner Mannschaft alle drei Punkte.
Viel Zeit zur Analyse hat der VfB nicht, schon morgen geht es in der Hauptstadt um die nächsten drei Punkte, dieses Mal gegen die BR Volleys in der Max-Schmeling-Halle. Wo es sicher eine Leistungssteigerung braucht, um im Volleyballtempel bestehen zu können.
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