Bitterer Abend in Berlin

04. November 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Die Siegesserie des VfB in der Volleyball-Bundesliga ist in Berlin gerissen. Gegen die BR Volleys unterlagen die Häfler nach starkem Beginn mit 0:3, schwerer wiegt aber die Verletzung von Simon Kohn. 

Nur im ersten Satz waren die Häfler in Berlin ebenbürtig. | Foto: Andreas Gora

Eigentlich war alles angerichtet für einen spannenden Volleyballabend. 5438 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle, zwei ungeschlagene Teams. Und der VfB war im ersten Satz auch ebenbürtig, musste aber gleich zwei Tiefschläge verkraften. Erst knickte Simon Kohn um und musste früh ausgewechselte werden, dann fiel Joris Berkhout bei einer Rettungsaktion unglücklich über die eigene Bank und tat sich ebenfalls weh. Nach dem ersten Satz waren die Berliner dann nicht mehr zu bremsen und ließen keinen Zweifel am Heimsieg. „Der erste Satz war gut, wir haben viel investiert. Dann sind wir aber in ein paar Situationen nicht sauber genug und verlieren ihn. Dann kommt Berlin mit viel Power und wir haben nichts mehr entgegenzusetzen“, kommentierte Adam Swaczyna, der sich aber auch um seinen Außenangreifer sorgte: „Wir müssen morgen schauen, was mit Simon ist. Dann können wir mehr sagen.“

Im Vergleich zum gestrigen Auftritt beim VCO drehte Adam Swaczyna seine Startformation einmal komplett auf links. Joris Berkhout begann im Zuspiel, Pierre Toledo auf Diagonal. Die Außen bildeten der gestrige MVP Simon Kohn und Germán Gómez. Im Mittelblock durften Stefan Kokeza und Gustavo Maciel ran, Libero und Kapitän war wieder Mateusz Czunkiewicz. 

Alles eine Nummer größer im Volleyballtempel, von der Kulisse ließ sich der VfB zu Beginn aber nicht beeindrucken. Simon Kohn eröffnete die Partie, indem er den Overpass der Berliner zurück ins Feld nagelte, dann war Germán Gómez erstmals mit einem starken Winkel zur Stelle (5:4). Der Wermutstropfen der ansonsten starken Anfangsphase der Häfler war die Verletzung von Simon Kohn, der Außenangreifer knickte unglücklich um und musste länger hinter der Bank behandelt werden. Für den Nationalspieler kam Jonas Van Huizen in die Partie. Stefan Kokezas Ass brachte den VfB mit zwei Punkten in Führung, dann gab es die nächste Schrecksekunde für die Häfler. Joris Berkhout krachte bei einer Rettungsaktion in die Zuschauerränge, auch der Niederländer musste erstmal vom Feld. Gegen alle Widerstände hielt der VfB Friedrichshafen zunächst dagegen, Adam Swaczyna musste beim 15:16 aber die erste Auszeit nehmen. Pierre Toledo sorgte für den Ausgleich, dann kam Joris Berkhout zurück. Der Niederländer setzte auch gleich wieder Jonas Van Huizen ein, der zum 18:18 punktete. Nach zwei Berliner Punkten in Serie holte Adam Swaczyna sein Team abermals zur Seitenlinie, Berlin war aber stabil. Gustavo Maciel blockte nochmal zum 22:24 aus VfB-Sicht, ein Eigenfehler besiegelte schließlich das 0:1.

Viel war gegen den VfB gelaufen, die Mannen vom Bodensee warfen aber alles rein. Stefan Kokeza servierte das Ass unter Mithilfe der Netzkante zum 2:0, Gustavo Maciel verwertete das erste Tempo zum 5:4. Berlin agierte jetzt aber druckvoller im Service und zwang Adam Swaczyna so beim 8:11 zur Auszeit. Durch eine starke Serie von Nolan Flexen verlor der VfB die Gastgeber aus den Augen, Swaczyna reagierte und brachte Parker Van Buren. Friedrichshafen blieb nochmal hartnäckig, kam durch Van Buren zum zwischenzeitlichen 12:18. Berlin war aber komfortabel im Side-Out, profitierte zusätzlich von Fehlern der Häfler. Der zweite Satz wanderte deutlich nach Berlin. 

Bis jetzt war es ein bitterer Auftritt im Volleyballtempel, der VfB zeigte ein ganz anderes Gesicht als gestern gegen den VCO, lag trotzdem 0:2 hinten. Nach der zehnminütigen Pause meldete sich Germán Gómez mit einem brutalen Winkel zum 4:4 zurück, dann war Jonas Van Huizen per Lob erfolgreich (6:5). Berlin ging dann wieder etwas deutlicher in Führung, was Adam Swaczyna zur Auszeit veranlasste. Einen richtigen Zugang zum Durchgang fanden die Häfler in dieser Phase nicht, wieder musste die Auszeit herhalten (12:17). Die Berliner feierten jetzt in ihrem Zuhause ein Fest, der VfB hatte nichts mehr entgegenzusetzen. Bezeichnenderweise für den Auftritt der Gastgeber an der Service-Linie war es ein Ass, dass die Häfler-Niederlage besiegelte.