Joao Jose wird nächste Häfler Legende

15. Januar 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Joao Jose wird die dritte Häfler Legende an der Wand in der SPACETECH ARENA des VfB Friedrichshafen sein. Am Samstag wird die Fahne des portugiesischen Mittelblockers während der Bundesligapartie gegen den SV Warnemünde (17. Januar, 18:30 Uhr, live bei Dyn und frei empfangbar bei Dyn Sport Mix) feierlich an der „Wall of Legends“ gehisst. Jose war von 2004 bis 2013 bei den Häflern aktiv, holte insgesamt 13 Titel und darf sich seit 2007 Champions-League-Gewinner nennen. Der ehemalige Kapitän und heutige Cheftrainer der portugiesischen Nationalmannschaft freut sich auf „ein Wiedersehen am Samstag mit den Fans“.

Legenden unter sich: Joao Jose und Trainer Stelian Moculescu | Bild: Günter Kram

Im Jahr 2003 begegneten sich die Nationalmannschaften von Portugal und Deutschland in der Qualifikation zur Europameisterschaft. An der Seitenlinie damals für Deutschland: Stelian Moculescu. Auf der anderen Seite des Netzes: der 25-jährige Mittelblocker Joao Jose. Jose muss seinem Gegenüber wohl einiges Kopfzerbrechen bereitet haben, denn Moculescu wollte den jungen Portugiesen schleunigst zu seinem Club nach Friedrichshafen holen. „Ich hatte aber schon in Portugal unterschrieben“, erinnert sich Jose. „Deshalb war es nicht möglich, nach Friedrichshafen zu wechseln.“

Diese Treue und Zuverlässigkeit mag die Verantwortlichen damals nicht besonders glücklich gemacht haben. Seine Eigenschaften machten Jose später aber zum Kapitän und zu einer VfB-Legende, die ganze neun Saisons am Bodensee auf dem Feld stand. „Zum Glück haben wir dann 2004 nochmals gegen Deutschland in der World League gespielt, und ich hatte zu dem Zeitpunkt keinen Vertrag“, lacht Jose. „Es gab nochmals ein Angebot aus Friedrichshafen, das ziemlich gut war und mich und meine Frau überzeugt hat.“

Unglaubliche 13 Titel sammelte Joao Jose während seiner neun Spielzeiten beim VfB. Würde man den Portugiesen in die aktuelle Titelrangliste der Bundesliga einordnen, wäre er hinter Friedrichshafen und den BR Volleys auf Rang drei. „Ich möchte gar keinen der Titel besonders herausheben“, sagt er – obwohl der Sieg in der Champions League 2007 zumindest auf dem Papier sein größter Coup mit den Häflern war. „Ich denke, der größte Erfolg war es, zu verstehen, dass es im Sport immer darum geht, was als Nächstes kommt, egal ob du gewinnst oder verlierst. Titel sind schön, aber nur wenige wissen, was auf dem Weg dorthin alles passiert.“

2013 verließ Jose den VfB, auch wenn er sich am Bodensee sehr wohl gefühlt hat. „Dort ist mein ältester Sohn geboren, die Leute waren klasse und das Umfeld war wahnsinnig professionell“, erzählt er. Viel davon nahm er in seinen heutigen Job als Nationaltrainer Portugals mit. „Das hat sicherlich geholfen, dass ich dort mit so vielen Profis in ihrem Bereich zu tun hatte. Und vor allem, dass wir zusammen jede Herausforderung angenommen haben.“

Am Samstag kehrt Joao Jose wieder nach Friedrichshafen zurück. Nach Stelian Moculescu und Alexis Valido wird er die dritte Fahne auf der „Wall of Legends“ zieren. „Ich freue mich unglaublich, aber ich bin auch ein klein wenig nervös“, beschreibt er seinen Gemütszustand. „Das wird sicher ein sehr umwerfender Moment.“