Mit zwei echten Häflern zum Heimsieg

17. Januar 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Daniel Habermaas überzeugte bei seinem Startdebüt, Lucas Huckle holte sich am Ende die Auszeichnung zum MVP – der VfB Friedrichshafen feierte am Samstagabend einen souveränen 3:0-Heimsieg (25:20, 25:13, 25:18) gegen den SV Warnemünde und hatte dabei zwei waschechte Häfler auf dem Feld. Der Erfolg brachte dem Club nicht nur drei Punkte, sondern auch einen starken Beweis dafür, dass die Neuausrichtung mit jungen Talenten am Bodensee Früchte trägt.

Daniel Habermas gab alles bei seinem Startbebüt | Bild: Alexander Hoth

Mit Libero Lucas Huckle und Zuspieler Daniel Habermaas standen gleich zwei gebürtige Häfler in der Startformation. Was die Fans in der ausverkauften SPACETECH ARENA besonders gefreut haben dürfte, hatte allerdings auch einen ernsten Hintergrund. Denn das Lazarett rund um den langzeitverletzten Tim Peter lichtet sich weiterhin nicht. Vojin Cacic war von einem Infekt geschwächt gar nicht erst im Kader, während Libero Lenny Graven aus demselben Grund nur auf der Bank saß. Bei Aleksa Batak (Rücken) und Simon Uhrenholt (Schulter) war ebenfalls nicht an einen Einsatz zu denken.

So mussten es neben den beiden jungen „Local Heroes“ Simon Kohn, Jonas Van Huizen, Louis Kunstmann, Marcus Böhme und Parker Van Buren richten. Böhme, der zuletzt bereits beim Auswärtssieg in Düren eine starke Leistung gezeigt hatte, sorgte mit einem Ass für das erste Break (2:0) und punktete auch durch die Mitte (7:5). Sein Mittelblockerkollege Kunstmann entzauberte zunächst den im Hinspiel starken Warnemünder Diagonalangreifer Jan-Philipp Krabel im Block (11:6) und kam anschließend selbst im Angriff durch (14:7). Friedrichshafen agierte routiniert, auch wenn die Gäste zwischenzeitlich durch Krabels Aufschläge besser in die Partie fanden (21:18). Die Frage, wie gut sich Habermaas bei seinem ersten Starteinsatz in der Bundesliga fühlte, beantwortete der 20-Jährige selbst – mit dem Satzball, den er persönlich im Feld des Gegners versenkte.

Auch im zweiten Durchgang war Böhme mit einem Block für das erste Highlight zuständig (6:4). Jonas Van Huizen legte mit zwei Assen nach (10:6, 11:6). Neben einem weiteren sehenswerten Block von Kunstmann gegen Krabel (13:7) lohnte sich immer wieder der Blick auf die beiden Youngster Huckle und Habermaas, die sich in jeden Ball warfen – was Habermaas kurzzeitig sogar Nasenbluten einbrachte. Für ihn ging es jedoch weiter, nun an der Seite von Kyle Hobus, der für Van Buren ins Spiel kam. Der eine US-Amerikaner stand dem anderen in nichts nach und erspielte die Satzbälle (24:13). Simon Kohn verwandelte gleich den ersten (25:13).

In der sechsminütigen Pause wurde es dann emotional: Die gesamte SPACETECH ARENA erhob sich zu Ehren von Ex-Kapitän Joao Jose, der als dritte Clublegende seinen Platz an der „Wall of Legends“ erhielt. Den Teams tat die Unterbrechung zunächst weniger gut. Sieben der ersten acht Punkte im dritten Durchgang resultierten aus Aufschlagfehlern (4:4). Das Heimteam fing sich jedoch schneller und holte durch Hobus das Break (12:10). Nach starken Aufschlägen von Van Huizen blockte Böhme (19:13), und Friedrichshafen war wieder im Zaubermodus (24:17). Den Schlusspunkt setzte – passend zum Verlauf des Satzes – ein Aufschlagfehler der Gäste (25:18).

Cheftrainer Adam Swaczyna lobte nach der Partie besonders Habermaas und Huckle: „Die beiden mussten lange auf ihre Chance warten, geben aber im Training immer alles. Das Spiel heute zeigt, dass unser Weg richtig ist und dass sie sich jede Minute auf dem Feld verdient haben. Klar hat uns Warnemünde heute auch geholfen, und klar sehe ich Dinge, die wir besser machen können. Aber ich bin stolz auf die Jungs, die uns heute diese drei Punkte für die Tabelle geholt haben.“

Für Friedrichshafen gilt es nun, die Blessuren auszukurieren und Kraft für die anstehenden Aufgaben zu sammeln. Bereits am kommenden Mittwoch (21. Januar, 20:00 Uhr) sind die Häfler im Achtelfinale des CEV Volleyball Cups in der heimischen SPACETECH ARENA gegen Tectum Achel gefordert (Tickets mit dem Code VFBCEV50 mit 50 Prozent Rabatt unter zuhause-aufschlagen.de). Am 25. Januar folgt das Auswärtsspiel bei den Helios Grizzlys Giesen, ehe am 27. Januar bereits das Rückspiel im CEV Cup in Belgien ansteht.