| 30. Januar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Am 28. Februar treffen sich der VfB Friedrichshafen und die SVG Lüneburg zum großen Finale des Zoi DVV-Pokals in der Mannheimer SAP Arena. Dass sich beide Klubs nun 28 Tage vorher (Sonntag, 1. Februar, 15 Uhr, live bei Dyn) in der Häfler SPACETECH ARENA im Bundesligaduell messen, verleiht diesem Aufeinandertreffen zusätzliche Brisanz. Der VfB möchte sich gegen den Tabellenführer aus dem Norden einerseits für die Hinspielniederlage aus der ersten Saisonhälfte revanchieren, andererseits aber noch nicht ganz mit offenen Karten spielen.

Duell des Spieltags: Kunstmann gegen Kunstmann | Bild: Alexander Hoth
Das Duell der beiden Volleyball-Schwergewichte am Sonntag ist zugleich ein Duell der beiden Trainer Adam Swaczyna und Stefan Hübner. Knapp einen Monat vor dem großen Showdown in Mannheim geht es für beide Coaches um wichtige Punkte. Friedrichshafen will den Abstand zur Spitzengruppe verringern, Hübner müsste bei einer Niederlage wohl seine Tabellenführung abgeben. Würde in vier Wochen nicht das Pokalfinale anstehen, wäre ein offener Schlagabtausch vorprogrammiert.
Unter den aktuellen Vorzeichen dürften die Trainer allerdings noch nicht alle Trümpfe aus dem Ärmel ziehen. „Eigentlich wissen wir ganz genau, wie Lüneburg spielt – und umgekehrt auch. Da gibt es kaum Geheimnisse“, sagt Swaczyna vor der Partie. „Es ist aber auch klar, dass wir uns in diesem Spiel ganz genau unter die Lupe nehmen und im Zweifel unsere Spielweise anpassen.“
Die Begegnung am Sonntag hat jedoch noch mehr zu bieten als bloßes Schach mit über zwei Meter großen Figuren. Wenn der Tabellenführer beim Tabellenzweiten zu Gast ist, heißt es zugleich: Joscha Kunstmann gegen Bruder Louis. Nachdem der erste Vergleich der Saison im Hinspiel an Lüneburg ging, gewinnt der Häfler Louis zumindest über die bisherige Saison das Brüderduell für sich. Insgesamt sammelte er mehr als 40 Punkte mehr, in der Blockstatistik steht es sogar 40:18. Lediglich der Dürener Siebe Korenblek liegt in dieser Kategorie vor dem Häfler Riesen.
Für Swaczyna bleibt die Favoritenrolle dennoch bei den Gästen, auch weil die SVG zuletzt in der Champions League überraschend die Spitzenmannschaft aus Rzeszów stürzte. „Ich freue mich auf die starke Konkurrenz. Lüneburg hat auf internationalem Niveau zuletzt seine Stärke bewiesen, aber wir wissen nicht, ob sie dieses Level halten können. Wir werden den Gegner wie immer scouten, aber noch wichtiger ist, was auf unserer Seite des Netzes passiert. In dieser Saison ist durch Reisen und Verletzungen jedes Spiel eine Überraschung.“
Überraschend war der Auftritt des VfB Mitte der Woche nicht, obwohl der Klub vom Bodensee im CEV Volleyball Cup auswärts bei Tectum Achel zunächst mit 3:0 gewann und sich anschließend im Golden Set für die Playoffrunde qualifizierte. Die Freude über diesen Erfolg stellt Swaczyna jedoch bewusst in den Hintergrund. „Lüneburg ist ein starker Gegner, wir können nicht erwarten, dass das Spiel genauso verläuft wie das gegen Achel. Aber unsere Situation wird besser und damit wächst auch das Selbstbewusstsein im Team. Ich erwarte am Sonntag ein enges und spannendes Spiel – für uns und für unsere Zuschauer.“