| 06. Februar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Seit der Wiedervereinigung gab es im Volleyball nur fünf Clubs, die sich deutscher Meister nennen durften. Nur drei dieser Titelträger spielen noch in der 1. Bundesliga. Zwei von ihnen treffen am Sonntag (8. Februar, 18 Uhr, live bei Dyn) aufeinander. In der SPACETECH ARENA kommt es zum Duell zwischen dem VfB Friedrichshafen und dem ASV Dachau. Im Aufeinandertreffen des Tabellenvierten mit dem Zwölften scheinen die Rollen eigentlich klar verteilt – wäre da nicht der Dachauer Hang zum Favoritenschreck.

Auch Vojin Cacic musste zuletzt gegen Freiburg pausieren | Bild: Alexander Hoth
Während Friedrichshafen am vergangenen Mittwoch mit einem schnellen 3:0-Erfolg in Freiburg ein deutliches Statement setzte, sorgte auch der ASV Dachau für einen Achtungserfolg. Die Bayern knöpften dem Meister aus Berlin einen Punkt ab – so wie die Mannschaft von Trainer Patrick Steuerwald zuvor bereits Düren und Friedrichshafen in den Tiebreak gezwungen hatte. „Oft haben die Gegner da auch selbst mitgeholfen“, analysiert VfB-Cheftrainer Adam Swaczyna. „Aber vor allem hat Dachau eine gute Annahme. In diesen Spielen haben sie nichts zu verlieren und können sehr aggressiv in der Offensive agieren.“
Diagonalangreifer Marius Büchi ist dabei ein Spieler, der den Häflern Probleme bereiten könnte. „Er hat schon viele gute Spiele gemacht und zuletzt gegen Berlin unglaublich viel gepunktet“, sagt Swaczyna, der zugleich weiß, dass Sieg und Niederlage vor allem von seiner eigenen Mannschaft abhängen. „Wir müssen in der Abwehr und im Block präzise arbeiten, denn das können wir – im Gegensatz zu Büchis Spiel – kontrollieren.“
Was Friedrichshafen allerdings nicht kontrollieren kann, ist die Personalsituation. Schon in Freiburg unter der Woche fehlte nicht nur der langzeitverletzte Tim Peter, sondern auch Zuspieler, Kapitän und Herzstück der Häfler Angriffe, Aleksa Batak. Die Verantwortung übernahm das erst 20-jährige Häfler Eigengewächs Daniel Habermaas. Er führte das Team nicht nur zum Sieg, sondern sicherte sich auch den Titel des wertvollsten Spielers. „Zurecht“, lobt Swaczyna seinen Zuspieler. „Er hat uns sehr geholfen, diese wichtigen Punkte zu sichern. Er kann stolz darauf sein, wie er mit der Situation umgegangen ist.“
Punkte sind ohnehin das Stichwort für beide Teams. Dachau könnte sich mit einer erneuten Überraschung weiter von den Abstiegsrängen entfernen, während der VfB drei Zähler benötigt, um den Spitzenteams auf den Fersen zu bleiben. Für die Häfler geht es darum, den Spagat zwischen Sicherheit auf dem Feld und dem Blick auf den engen Spielplan sowie die Blessuren im Team zu meistern. „Wir hatten jetzt einen Tag frei und haben am Freitag wieder trainiert – zumindest mit den Spielern, die fit sind“, berichtet Swaczyna. „Aber jede Mannschaft, die am Sonntag auf dem Feld stehen wird, kann das Spiel gegen Dachau auch gewinnen.“