Ohne Backup in die Playoffs

25. März 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Es sind oft die Momente kurz vor den Playoffs, in denen sich entscheidet, mit welchem Gefühl ein Team in die wichtigste Phase der Saison geht. Beim VfB Friedrichshafen ist dieses Gefühl in diesen Tagen ein anderes als geplant.

Friedrichshafen wird mit Kyle Hobus als Hauptangreifer in die Playoffs gehen | Bild: Alexander Hoth

Schon seit Wochen hatte Diagonalangreifer Parker Van Buren mit Problemen an der Schulter zu kämpfen. Nach dem DVV-Pokalfinale verdichteten sich die Anzeichen, dass eine Rückkehr in dieser Saison kaum noch realistisch sein würde. Am Montag fiel schließlich die Entscheidung zur Operation an der Schultersehne – und damit das vorzeitige Saisonende.

Für die Mannschaft bedeutet das mehr als nur den Ausfall eines Leistungsträgers. Es verschiebt Rollen, verändert Abläufe und rückt einen Spieler noch stärker in den Mittelpunkt: Kyle Hobus. Der 26-jährige US-Amerikaner ist nun der einzige nominelle Diagonalangreifer im Kader. Eine Situation, die Verantwortung mit sich bringt, aber auch neue Klarheit schafft. „Für mich ändert sich dadurch viel“, sagt Hobus. „Auch wenn es immer einen Konkurrenzkampf gibt, ist es wichtig zu wissen, dass jemand hinter dir ist. Wenn ich mal keinen guten Tag hatte, konnte Parker jederzeit übernehmen.“

Diese Absicherung fällt nun weg. Gleichzeitig wächst das Vertrauen – in die eigene Rolle, aber auch in die Erfahrungen, die Hobus bereits gesammelt hat. Denn Drucksituationen sind für ihn nichts Neues. In der vergangenen Saison stand er bereits in den Playoffs, damals noch in Österreich, und krönte diese am Ende mit dem Meistertitel. „Ich kenne die Intensität und die Länge einer solchen Serie“, erklärt er. „Diese Momente, in denen du komplett fokussiert bleiben musst, habe ich schon erlebt. Das hilft mir jetzt.“

Mit dieser Erfahrung im Rücken richtet sich der Blick nach vorne. Die Ausgangslage ist anspruchsvoll, auch weil Verletzungen den VfB in dieser Saison immer wieder begleitet haben. Nun trifft es ausgerechnet die Schlüsselposition im Angriff – und dennoch bleibt der Anspruch unverändert. „Natürlich ist es unser Ziel, das ganze Ding zu gewinnen“, sagt Hobus. „Es ist schwer, ein Team mehrfach zu schlagen, aber ich traue uns zu, weit zu kommen. Das beginnt mit Ludwigsburg.“

Dort startet der VfB am Wochenende (29. März, 17:00 Uhr, alle Spiele live bei Dyn) in die Viertelfinalserie – unter Bedingungen, die sich deutlich von der Hauptrunde unterscheiden. Jeder Satz, jedes Spiel bekommt ein anderes Gewicht, Fehler lassen sich nicht mehr so leicht korrigieren. „Wenn du verlierst, bist du raus – das ist eine Situation, an die wir uns als Team gewöhnen müssen“, sagt Hobus. „Aber mit guten Trainingseinheiten und dem richtigen Fokus wollen wir souverän in die Serie starten.“