Das elektrisierende Duell im Halbfinale

09. April 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Einen Tag nach dem überzeugenden 3:0-Sieg im Viertelfinale gegen die Barock Volleys MTV Ludwigsburg stehen die Zeichen beim VfB Friedrichshafen voll auf Halbfinale. Schon am kommenden Samstag (11. April, 18:00 Uhr) treffen Kapitän Aleksa Batak und Co. auswärts auf den amtierenden Meister Berlin Recycling Volleys. In den vergangenen Jahren sind die beiden dominierenden Teams der letzten Jahrzehnte meist im Finale aufeinandergetroffen – das Duell im Halbfinale hat es dennoch in sich.

Im Halbfinale setzte sich der VfB gegen Berlin durch | Bild: Alexander Hoth

„Es war immer schon ein elektrisierendes Duell und das ist es auch in dieser Saison“, sagt VfB-Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt, der selbst in seiner langjährigen Karriere als Volleyballprofi unzählige Male beim Aufeinandertreffen von Friedrichshafen und Berlin auf dem Feld stand. „Ganz Volleyball-Deutschland wird in den kommenden Tagen auf diese Begegnungen schauen.“

Ganze 143 Mal sind sich die beiden mit Abstand erfolgreichsten Volleyballteams der vergangenen 25 Jahre auf nationaler Ebene begegnet. 78 Mal ging der VfB als Sieger hervor, 65 Mal die Männer aus der Hauptstadt. 294 Sätze gingen dabei an den Bodensee, 265 an die Spree. Möchte man die Rechnerei auf die Spitze treiben, erkennt man nahezu garantierte Spannung: Im Schnitt lieferten sich beide Mannschaften 3,9 Sätze pro Partie. „Ob das wieder so sein wird, ist natürlich nicht garantiert“, weiß Späth-Westerholt. „Aber es war immer so, dass Friedrichshafen und Berlin ihre Höchstleistung abgerufen haben, wenn es gegeneinander ging. Die Motivation wird bei beiden unfassbar hoch sein.“

Denn schon in dieser Saison begegneten sich die Spitzenteams dreimal. In der Liga konnten die Häfler in Berlin gewinnen, während sich die Volleys in der Rückrunde auswärts revanchierten. Das größte Spektakel gab es im Halbfinale des Pokals, als die Häfler die Berliner über fünf Sätze niederrangen und dadurch das Ticket nach Mannheim lösten. „In diesem Spiel ist Vojin Cacic über sich hinausgewachsen und hat uns den Sieg gesichert“, erinnert sich Späth-Westerholt. „Solche Momente kannst du nicht trainieren, und davon lebt dieser Sport. Es werden vermutlich die kleinen Dinge sein, die diese Serie entscheiden.“

Dabei trifft mit Friedrichshafen das blockstärkste Team der Liga auf die beste Annahme. In Sachen Effizienz im Angriff hat der amtierende Meister in Orange mit nur zwei Zehntelprozentpunkten die Nase vorn. „Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Berliner die Favoritenrolle haben. Dafür ist der Kader einfach zu tief besetzt und mit Superstars gespickt“, weiß Späth-Westerholt. Dass die Halbfinalserie im „best-of-three“-Modus und nicht im „best-of-five“-Modus ausgespielt wird, könnte dem Underdog sogar helfen. „Wir haben in den vergangenen Jahren in solchen Playoff-Serien auch schon mit 2:0 geführt, deshalb bin ich zuversichtlich. Drei Spiele gegen eine solche Spitzenmannschaft zu gewinnen, ist deutlich schwieriger, als die Sensation mit zwei gewonnenen Begegnungen zu schaffen.“

Der erste Aufschlag im Duell der Giganten erfolgt am 11. April (18:00 Uhr, live bei Dyn) in der Berliner Max-Schmeling-Halle, ehe sich eine Woche später (18. April, 20:00 Uhr) die Teams in der Häfler SPACETECH ARENA treffen. Sollte nach den beiden Spielen noch kein Sieger feststehen, wird dieser am 26. April in Berlin ermittelt. „Innerhalb eines halben Tages war bereits die Hälfte der Tickets für unser Heimspiel verkauft“, freut sich Späth-Westerholt. „Wir brauchen eine volle Halle, wie im Halbfinale des DVV-Pokals. Dann ist die Mannschaft in der Lage, über sich hinauszuwachsen.“