| 18. April 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Das Rennen um die Teilnahme an den Finalspielen um die Deutsche Meisterschaft ist weiterhin offen. Am Samstagabend gewann der VfB Friedrichshafen sein Heimspiel gegen die Berlin Recycling Volleys mit 3:2 (16:25, 25:22, 21:25, 25:20, 15:12) und glich damit in der „Best-of-Three“-Serie aus. Am kommenden Sonntag (26. April, 17:00 Uhr) entscheidet sich in der Berliner Max-Schmeling-Halle, welches Team das Ticket ins Finale löst.

Marcus Böhme wurde bei seinem Abschiedsspiel zum MVP gewählt | Bild: Alexander Hoth
Es war kein guter Start der Häfler in dieses wichtige Spiel. Im ersten Satz konnte das Team von Cheftrainer Adam Swaczyna, der es mit Jonas Van Huizen, Vojin Cacic, Gustavo Maciel, Louis Kunstmann, Kyle Hobus, Aleksa Batak und Libero Lenny Graven versuchte, keinen einzigen Breakpunkt erzielen. Der VfB hatte zwar Chancen, nutzte diese aber nicht (3:5, 5:7), die Berliner dagegen waren konsequenter. Jake Hanes und Moritz Reichert machten mit ihren Aufschlägen Druck (10:17, 14:22). Der amerikanische Diagonalangreifer blockte schließlich auch noch Hobus zum Satzgewinn (16:25).
Es war nur kurz still in der ausverkauften SPACETECH ARENA, denn ein Block von Kunstmann gegen Reichert ließ die Stimmung wieder explodieren (6:4). Inzwischen war Marcus Böhme für den glücklosen Maciel auf dem Feld und sah Hobus von der Linie punkten (13:9). Die Häfler waren zurück in der Partie und ließen sich auch von einem erneuten Rückstand (18:20) nicht beirren. Swaczyna schickte Simon Kohn zum Aufschlag – und der wuchs über sich hinaus. Drei direkte Servicepunkte des jungen Deutschen brachten den Grundstein für den Satzausgleich (25:22).
Berlin akzeptierte den Rückenwind der Gastgeber nicht und zog wieder mit starken Aufschlägen an (3:4). Immer wieder war es zudem Hanes, der im Mittelpunkt stand. Erst blockte der US-Amerikaner gegen Hobus (5:8), dann wurde er selbst von Kunstmann gestoppt (11:12). Friedrichshafen blieb dran, musste sich dann aber den Aufschlägen von Knigge beugen (16:20). Ein Aufschlagfehler von Batak ließ die mitgereisten Berliner Fans jubeln (21:25).
Nur noch ein Satzverlust trennte Friedrichshafen vom Playoff-Aus im Halbfinale. Doch erneut konnte Kunstmann mit dem Aufschlag für Emotionen sorgen (15:12). Batak suchte immer wieder Van Huizen und Cacic, die ihre Aufgaben souverän erledigten (18:14, 21:19). Batak blockte gegen den eingewechselten Nolan Flexen (23:19) und legte selbst einen zweiten Ball im gegnerischen Feld ab (24:20). Dieses Mal war es Aufschlagsjoker Tim Peter, der Knigge zum Fehler zwang (25:20).
Wie schon im Halbfinale des DVV-Pokals ging es in den Entscheidungssatz. Hanes, der gut mit den Unmutsbekundungen des VfB-Publikums zurechtkam, holte seinem Team zunächst den Vorteil (3:6). Doch dann kam Cacic an die Linie, setzte MVP Böhme am Block in Szene (8:7) und punktete selbst per Service gegen Flexen (9:7). Als Simon Kohn erneut eingewechselt wurde und wieder einen Aufschlagpunkt erzielte (11:8), Peter es ihm nachtat (13:10) und Hobus seinem Team den Matchball sicherte (14:10), explodierte die Stimmung in der SPACETECH ARENA. Hanes wehrte noch einmal ab (14:12), dann stieg Cacic hoch und verwandelte den finalen Ball zum 15:12.
„Das war ein wirklich hartes Spiel, weil wir im ersten Satz überhaupt nicht reingekommen sind. Dann haben uns vor allem die Spieler von der Bank zurückgebracht“, war Swaczyna zuzfrieden. „Genau darüber haben wir in den vergangenen Tagen gesprochen: dass wir weitermachen, auch wenn wir leiden. Jede Kleinigkeit kann so ein Spiel ändern – und das haben wir heute gezeigt. Es ist noch nicht vorbei, es war nur der Ausgleich. Aber ich bin sehr glücklich für uns alle, dass wir in den entscheidenden Momenten die bessere Mannschaft waren.“