Vom Talent zum etablierten Häfler

12. Mai 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Sieben Jahre spielt Simon Kohn schon in Friedrichshafen – mit 21 Jahren wohlgemerkt. Der gebürtige Ulmer hat die Musterkarriere hingelegt, die für einen jungen deutschen Volleyballer möglich ist: Nach drei Jahren beim Nachwuchsteam Volley YoungStars direkt in das Team der Profis. Die Spielzeit 2026/27 wird seine fünfte im Trikot des Rekordpokalsiegers sein – als dienstältester Spieler der Mannschaft.

Simon Kohn beim Pokalhalbfinale gegen Berlin | Bild: Alexander Hoth

Am 28. Dezember 2025 durfte Simon Kohn über den Halbfinalsieg über die Berlin Recycling Volleys im ZOI DVV-Pokal jubeln. Der junge Deutsche stand in der Startformation, beschäftigte den Berliner Abwehrriegel mit seinen Aufschlägen und war ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Pokalfinale in Mannheim. „Ich glaube, da kann ich schon selbstbewusst sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt sehr gut gespielt habe“, erinnert er sich. Spätestens dann war aus dem Talent Simon Kohn eine echte Alternative geworden.

Die Partien gegen die Berliner waren grundsätzlich ganz besondere für Simon Kohn. Auch sein Debüt in der ersten Liga bestritt der heute 21-Jährige gegen den Hauptstadtclub. Erst waren es Kurzeinsätze, dann bekam Kohn immer öfter das Vertrauen in der Bundesliga. Besonders erinnert er sich aber an die CEV Champions League, speziell an ein Viertelfinale gegen das polnische Topteam Jastrzębski Węgiel. „Aufgrund der Hallensituation haben wir diese Partie in der Ulmer ratiopharm arena ausgetragen, quasi vor meiner Haustür“, sagt der gebürtige Ulmer. „Das war für mich schon ein ganz besonderer Gänsehautmoment.“

Seinen Umzug von der Donau an den Bodensee hat Kohn noch nicht bereut. Ganz im Gegenteil: Trotz anderer Angebote entschied sich der Außenangreifer, seinen Vertrag in Friedrichshafen zu verlängern. „Ich fühle mich sehr wohl hier. Ich mag die Leute, ich mag das Umfeld, die Gegend und natürlich auch, dass ich so nah an meiner Familie bin.“ Doch auch das sportliche Niveau ist für ihn ein Grund zu bleiben.

Eigentlich hatte Simon Kohn eine weitere Stippvisite in der alten Heimat geplant. Am 30. Mai hätte er liebend gern mit der deutschen Nationalmannschaft gegen Olympiasieger Frankreich in der ratiopharm arena auf dem Feld gestanden. Eine Verletzung in der Vorbereitung macht diesen Plan nun aber wohl zunichte. Für Kohn ist das ein Rückschlag, er wird aber seine Chancen noch bekommen. „Ich möchte kommende Saison beim VfB wieder 100 Prozent in jedem Training geben und meine Chancen nutzen. Außerdem hoffe ich, dass wir die Saison mit einem Titel beenden können.“