| 23. Juni 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Friedrichshafen hat einen neuen Leuchtturm. Nach dem Karriereende von 2,12-Meter-Urgestein Marcus Böhme setzt der VfB Friedrichshafen auf der Mittelblockerposition noch einen drauf. Der 2,17 Meter große Oskar Berg Mikkelsen hat einen Vertrag über zwei Jahre bei den Häflern unterschrieben und wechselt von der Loyola University Chicago an den Bodensee.

Oskar Mikkelsen im Trikot der dänischen Nationalmannschaft | Bild: Dänischer Volleyballverband
Oskar Berg Mikkelsen wird in der kommenden Saison buchstäblich neue Maßstäbe setzen. Mit 2,17 Metern Körpergröße ist der junge Däne nicht nur der Riese im VfB-Kader – er ist auch größer als jeder Volleyballer, der jemals das Trikot der Häfler getragen hat. Weltweit gibt es nur eine Handvoll Profivolleyballer, die Mikkelsen auf Augenhöhe begegnen können. Auch in der Volleyball Bundesliga dürften seine Dimensionen ihresgleichen suchen. „Meine Größe ist im Volleyball natürlich ein ziemlicher Vorteil“, lacht Mikkelsen. „Aber wenn man eine neue Hose braucht oder einen Platz im Flugzeug sucht, dann kann das schon schwierig werden.“
Zumindest den Flug aus den USA nach Europa hat Mikkelsen problemlos geschafft. Nachdem der Mittelblocker bereits zwei Jahre Erstligaluft in seiner Heimat Dänemark schnuppern durfte, entschied er sich in der vergangenen Saison für den Schritt ans College. „Ich fühlte mich noch nicht bereit für das Profileben, deshalb war das College ein guter und wichtiger Zwischenschritt für mich“, erzählt er. „Das Spiel dort war schneller und körperlicher als in Dänemark. Und so weit weg von zu Hause zu sein, hat mich auch verantwortungsbewusster gemacht.“ Die Loyola University ist ohnehin keine unbekannte Adresse für Häfler Volleyballfans. Bereits in der vergangenen Saison wechselte Parker Van Buren von Chicago an den Bodensee.
Dass Mikkelsen nicht nur in Metern, sondern auch sportlich ein Großer werden kann, davon ist sein zukünftiger Cheftrainer Adam Swaczyna überzeugt. „Er ist zwar noch jung, aber er hat großes Potenzial. Dass er seine Karriere ernst nimmt, sieht man daran, dass er den Schritt ans College gegangen ist“, sagt er. „Er ist sehr groß und bewegt sich trotzdem sehr gut. Er wird ein Spieler sein, der eine große Entwicklung bei uns machen kann.“ Mikkelsen selbst ist jedenfalls bereit, jeden Tag an sich zu arbeiten. „Ich erwarte ein noch besseres Trainingsumfeld, als ich es bislang erlebt habe“, sagt er. „Außerdem freue ich mich auf die Spiele gegen die vielen starken Gegner und auf den Druck, den eine lange Saison mit sich bringt.“
Dass Oskar Berg Mikkelsen seinen Vertrag beim VfB unterschrieben hat, ist auch der guten Arbeit der Häfler Verantwortlichen in den vergangenen Jahren zu verdanken. Mittelblocker Simon Uhrenholt, der den Club nach drei Spielzeiten verlassen hat, stand seinem Landsmann vor der Entscheidung mit Rat und Tat zur Seite. „Ich habe vor meiner Unterschrift mit Simon gesprochen“, berichtet Mikkelsen. „Er hat sehr positiv über den Verein gesprochen und gesagt, dass es eine gute Mannschaft ist, der Club hervorragend organisiert ist und die Fans sowie die Kultur rund um das Team großartig sind. Er meinte, dass Friedrichshafen eine sehr gute Möglichkeit für mich sei, meine Profikarriere zu beginnen.“
Was sich Mikkelsen von seinem Engagement beim VfB erwartet? „Titel gewinnen.“ Und dafür ist er bereit, alles zu investieren. „Ich freue mich darauf, jetzt in die Routine eines Profisportlers hineinzufinden. Und natürlich möchte ich so viele Spiele wie möglich machen.“ Große Ziele – passend für einen sehr großen Volleyballer.