| 24. Oktober 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |
Der VfB Friedrichshafen hat der SPACETECH ARENA einen erfolgreichen Einstand in die neue Saison beschert und gegen starke Karlsruher mit 3:1 gewonnen.

Sam Flowerday jubelt, der VfB fährt drei Heim-Punkte ein. | Foto: Alexander Hoth
Dieses 3:1, es ist zu Beginn der Friedrichshafener Saison offensichtlich das Mittel der Wahl. Gegen Karlsruhe drehten die Häfler dieses Mal einen 0:1-Satzrückstand, bewiesen erneut großen Charakter. „Großen Respekt auch an Karlsruhe, es war nicht einfach heute. Aber Charakter zeichnet uns aus, die anderen Dinge kommen dann noch. Ich bin vor allem erstmal glücklich über den Start, sechs Punkte sind top“, sagte Adam Swaczyna nach der Partie. In der ausverkauften SPACETECH ARENA avancierte Germán Gómez erneut zum MVP und Topscorer, der Argentinier steuerte wie am Mittwoch 22 Zähler zum Sieg bei.
Trainer Adam Swaczyna vertraute beim von der Volksbank Bodensee-Oberschwaben präsentierten zweiten Spieltag am Samstagabend weitestgehend auf seine Anfangsformation vom Auftakt in München, einzig Simon Kohn rückte für Sam Flowerday von Beginn an in die Starting-Six. Ansonsten durften Joris Berkhout (Zuspiel), Pierre Toledo (Diagonal), die Mittelblocker Alexis Wilson und Stefan Kokeza, der München-MVP Germán Gómez und Kapitän Mateusz Czunkiewicz auf der Liberoposition starten.
Die SPACETECH ARENA hatte wieder nach Bundesliga-Volleyball gelechzt und Germán Gómez bescherte ihr direkt Grund zum Jubeln. Der Argentinier begann mit zwei Assen zum 4:1, dann setzte Simon Kohn den Ball exakt auf die Linie (5:3). Der Nationalspieler in Diensten der Häfler scorte dann auch dreimal in Folge zum 14:11, bevor der Faden bei den Gastgebern etwas riss. Das hatte auch damit zu tun, dass Gäste-Angreifer Niklas Uhl an der Linie eine sehr gute Phase hatte, jedenfalls musste Adam Swacyzna beim 14:15 seine erste Auszeit nehmen. Stefan Kokeza glich dann sehenswert per erstem Tempo aus, die postwendende Führung besorgte der Serbe per Block (16:15). Die hielt aber nicht lange, Minuten später musste Adam Swaczyna sein Team erneut an die Seitenlinie bitten. Der Karlsruher Block stand, der VfB fand zu wenig Lösungen. Pierre Toledos Block zum 19:19 weckte die Arena dann wieder auf, der Franzose verkürzte mit derselben Aktion in der Crunchtime nochmal auf 22:23. Einen Karlsruher Satzball wehrten die Häfler durch Stefa Kokeza ab, den zweiten blockte der Serbe gar zum 24:24. Die Gäste legten allerdings stets vor und irgendwann kam es dann, wie es kommen musste. Germán Gómez traf weder Finger noch Feld, der erste Satz ging mit 26:28 an die Badener.
Die Gäste hatten ihr Selbstbewusstsein also bestätigt, jetzt wollten die Häfler ihre Qualitäten zeigen. Alexis Wilson eröffnete schön mit dem ersten Tempo, der eingewechselte Sam Flowerday servierte zwei Asse in Serie zum 7:6. Auch Stefan Kokeza gelang das gleiche Kunststück, der VfB baute die Führung auf 11:7 aus. Auch emotional waren die Gastgeber jetzt da, gewannen zunehmend die längeren Ballwechsel, wie beim 13:9 durch Gustavo Maciel. Aber die resistenten Gäste ließen sich einfach nicht abschütteln, glichen erst aus und gingen dann wieder in Führung. Sam Flowerday konterte das mit seinem Ass zum 17:16, dann setzte der für Joris Berkhout gekommene Rubén Lorente Gustavo Maciel für das 21:20 ein. Auch der zweite Satz spitzte sich zu, Pierre Toledo besorgte mit einem überragenden Angriff diagonal den Satzball. Und den verwertete Germán Gómez dann auch mit Übersicht zum 25:23, der VfB war wieder da.
Alles wieder auf Anfang in der SPACETECH ARENA, der VfB nahm den Rückenwind aus dem gewonnen Satz aber direkt mit. Zunächst Sam Flowerday per Pipe zum 2:1, Gustavo Maciel räumte wenig später zum 7:4 am Netz auf. Weil Rubén Lorente zudem zweimal sehr stark servierte, musste Karlsruhe beim 12:7 für den VfB die Auszeit nehmen. Die Häfler hatten jetzt die Kontrolle, allerdings weiterhin ohne wirklich zu glänzen. Pierre Toledo wollte das allerdings ändern, der Franzose ließ die Arena jubeln, in dem er den Ball erst zum 16:12 in den Drei-Meter-Raum hämmerte und dann einen schönen Angriff lang ins Feld zum 18:12 nachlegte. Toledo war jetzt so sehr im Modus, dass er auch noch Bälle kratzte, Germán Gómez verwandelte im Anschluss zum 21:13 gegen den Dreier-Block. Der VfB hatte sich nach Schwierigkeiten jetzt freigeschwommen, den Satzball zum 2:1 war wieder eine Sache für Sam Flowerday, der Australier scorte per Pipe zum deutlichen 25:15.
Einmal mehr hatten die Häfler eine gute Reaktion auf eine schwierige Phase gezeigt, einmal mehr hatten sie Charakter bewiesen. Stefan Kokeza blockte im vierten Satz als Bestätigung gleich mal zum 2:0, Mittelblocker-Kollege Gustavo Maciel tat es ihm zum 6:4 gleich. In der Folge wurde es ein wenig hitzig auf dem Feld, Karlsruhe nutzte das und ging seinerseits in Führung, Adam Swaczyna musste die Auszeit ziehen. Brachte zunächst aber nur kurzfristig etwas, Karlsruhe baute den Vorsprung erstmal aus. Nach einer erneuten Auszeit des polnischen Cheftrainers blockte der starke Stefan Kokeza zum 13:14, Germán Gómez glich per wunderschönem Pipe zum 16:16 aus. Das erste Tempo saß auch, Gustavo Maciel brachte seine Farben in Führung, Germán Gómez baute aus und zwang Karlsruhe zur Auszeit. Der Argentinier ließ es in der Folge nochmal ganz schön krachen, besorgte das 22:19 und dann auch den Matchball. Die drei Punkte besiegelte schließlich ein Karlsruher Fehler, der punktetechnisch perfekte Saisonstart für die Häfler war perfekt.
„Ich versuche immer dem Team zu helfen, wenn das klappt, ist es umso besser“, sagte der nach seiner Einwechselung starke Rubén Lorente nach der Partie. Die nächste Prüfung steht dem VfB dann schon am Dienstag bevor, dann geht es zur Auswärtspartie nach Warnemünde.
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