Krimi an Halloween: VfB siegt im Tie-Break gegen KW

31. Oktober 2026 Zurück zur Artikelübersicht »

Der VfB gewinnt am Halloween-Abend ein spannendes Spiel mit 3:2 gegen Königs Wusterhausen und bleibt weiter ungeschlagen. Topscorer wird Simon Kohn mit 21 Punkten.

 

MVP Gustavo Maciel jubelt mit Pierre Toledo. | Foto: Alex Hoth

Ein kleiner Halloween-Schreck am 31. Oktober, am Ende aber nicht die ganz böse Überraschung in der SPACETECH ARENA. Die weiße Häfler-Weste hat am vierten Spieltag erstmals Flecken bekommen, im zweiten Heimspiel musste der VfB gegen hartnäckige Netzhoppers den ersten Punktverlust hinnehmen. In einem wahren Krimi vor 962 Zuschauern holte sich der VfB am Ende zwar durch einen Block von Simon Kohn den nächsten Sieg, allerdings ließen die Häfler den eigenen Anhang ganz schön zittern. „Großen Respekt an die Netzhoppers, sie haben uns alles abverlangt. Erstmal bin ich glücklich über den Sieg, nicht unbedingt aber über die Art und Weise. Man hat gesehen, dass bei uns nicht alles gepasst hat. Aber am Ende zählt der Sieg, den haben wir“, sagte Adam Swaczyna am Ende. 

Der VfB begann das zweite Heimspiel in dieser Spielzeit mit leicht veränderter Formation im Vergleich zum Auswärtssieg in Warnemünde. Joris Berkhout und Pierre Toledo bildeten zunächst die gewohnte Achse aus Zuspiel und Diagonalangreifer, auf Außen kehrte Germán Gómez an der Seite von Jonas Van Huizen ins Aufgebot zurück. Den Mittelblock übernahmen dieses Mal Stefan Kokeza und Gustavo Maciel, Mateusz Czunkiewicz startete einmal mehr als Kapitän und Libero. 

Vor nicht ganz ausverkaufter SPACETECH ARENA kam der VfB allerdings nicht gut ins Spiel. Der Gäste-Block stand sehr gut, darüber hinaus bekam man gerade das schnelle Spiel der Netzhoppers nicht in den Griff. Beim 2:6 musste Adam Swaczyna das erste Mal die Auszeit ziehen, beim 3:9 folgte gleich die nächste. So richtig warm wurde der VfB mit diesem ersten Satz in der Folge zwar immer noch nicht, Pierre Toledo und vor allem Germán Gómez mit seinem krachenden Angriff zum 7:12 konnten aber erste Akzente setzen. Joris Berkhouts starke Serie an der Linie erzwangen dann auch die erste Auszeit der Gäste (9:12). Aus dieser kam der VfB blendend heraus. Gustavo Maciel empfing die Netzhoppers direkt mit einem Block, Joris Berkhout legte das Ass nach. Den Ausgleich zum 17:17 besorgte dann Germán Gómez nach starkem Kokeza-Service, Simon Kohn brachte den VfB seit ganz langer Zeit wieder in Führung. Der Mann mit der Nummer 16 zeigte in der Schlussphase des ersten Durchgangs noch einen sehenswerten Winkel, ehe Pierre Toledo den Satzball besorgte. Den verwandelte der VfB durch einen Netzfehler der Gäste, mit 25:21 blieb der erste Satz am Bodensee. 

Nach einem etwas schleppenden Beginn hatte sich der VfB passend zum 31. Oktober ins Spiel gebissen und den Satz umgebogen, den zweiten Durchgang wollte das Swaczyna-Team souveräner angehen. Joris Berkhout legte dafür mit seinem Ass zum 2:0 früh den Grundstein, dann war Stefan Kokeza sehenswert durch die Mitte erfolgreich (5:2). Der Serbe legte nach schönem Zuspiel von Berkhout direkt nach, drosch den Ball auf den Hallenboden und verwertete danach noch den Overpass der Gäste – Auszeit Netzhoppers. Die Häfler waren jetzt voll im Rhythmus, Germán Gómez punktete zum 12:6, dann wurde Simon Kohn schön von Joris Berkhout zum Pipe gefunden. Auch der Block griff in Person von Stefan Kokeza zu, dann testete Germán Gómez mit einem ganz bösen Angriff den Hallenboden (19:14). Gustavo Macoel servierte das Ass zum 22:17 und zwang die Netzhoppers nochmal in die Auszeit. Den Satzball organisierte der starke Stefan Kokeza, Simon Kohn ließ sich nicht lange bitten und scorte zum 25:17 und zur 2:0-Satzführung.

Der dritte Abschnitt begann zunächst ausgeglichen, die Gästen hatten sich vom VfB-Feuerwerk erstmal erholt. KW ging dann auch mit vier Punkten in Führung, Adam Swaczyna musste die Auszeit nehmen. Stefan Kokeza weckte die Arena wieder etwas auf, punktete mit dem ersten Tempo zum 7:11. Gustavo Maciel brachte den VfB mit seinem Block wieder näher ran, dann setzte sich Simon Kohn gegen den Dreier-Block der Gäste durch und sorgte für die Wusterhausener Auszeit (11:13). Gustavo Maciel setzte umgehend den nächsten Wirkungstreffer und blockte aus der Auszeit heraus, die gleiche Aktion gelang Stefan Kokeza zum 16:17. Dem Ausgleich liefen die Gastgeber in dieser Phase allerdings stets hinterher, KW hielt die knappe Führung aufrecht. Und das mündete dann am Ende im Satzgewinn für die Gäste, statt dem vorzeitigen Feierabend stand der vierte Satz auf dem Programm. 

Wirklich happy war auf VfB-Seite damit natürlich niemand, mit Wut im Bauch kamen die Häfler zurück aufs Feld. Pierre Toledo traf die Finger des Blocks zum 4:1, dann wurde ein ganz starker VfB-Hustle durch Simon Kohn belohnt – Auszeit Königs Wusterhausen. Jetzt fingen die Häfler auch an zu zaubern, Germán Gómez setzte per Jump-Set Simon Kohn ein, direkt im Anschluss blockte der Deutsche zum 8:3. Stefan Kokeza markierte per Ass den zwölften Häfler-Punkt. Allerdings – nach einem Aufbäumen der Gäste musste Adam Swaczyna reagieren und die Auszeit nehmen (14:12). So komfortabel der Vorsprung ein paar Minuten zuvor noch gewesen war, so eng war die Partie jetzt. KW glich zum 14:14 aus, Simon Kohn besorgte wieder die Zwei-Punkte-Führung. Der Nationalspieler war jetzt ohnehin ein Fixpunkt im Angriff, machte wichtige Punkte und hielt KW auf Distanz. Die Gäste glichen aber noch einmal aus, Germán Gómez stemmte sich in dieser komplizierten Phase mit einem starken Angriff (21:20) dagegen. Es war jetzt ein Krimi in der SPACETECH ARENA. Weil der VfB wieder mit zwei Punkten führte, nahmen die Netzhoppers nochmals eine Auszeit, glichen in der Folge wieder aus und gingen dann sogar in Führung. Adam Swaczyna nahm jetzt seinerzeit eine Auszeit, das interessierte die Gäste aber nicht im Geringsten. KW glich aus, es ging in den Tie-Break.

Es war nun endgültig ein Halloween-Krimi, der VfB eröffnete den fünften Satz durch Gustavo Maciel. Pierre Toledo glich longline zum 4:4 aus, Stefan Kokeza brachte seine Farben per Ass wieder in Front. Der spätere MVP Gustavo Maciel blockte in einer ganz wichtigen Phase zum 7:6, beim Seitenwechsel stand allerdings der knappe Rückstand für die Friedrichshafener auf der Anzeigentafel. Die Führung wechselte erneut, Simon Kohn besorgte sie beim 10:9, dann glichen die Gäste wieder aus. Germán Gómez kam mit seinem Angriff zum 14:13 durch, organisierte den Matchball. Die postwendende Auszeit der Netzhoppers half dem VfB nicht, der Ausgleich war wieder amtlich. Eine erfolgreiche Challenge von Adam Swaczyna und ganz viel Zentimeter-Glück später gab es es erneut Matchball für die Häfler. Und dieses Mal hatte Simon Kohn keine Lust auf Verlängerung, sein Block zum 16:14 bedeutete den 3:2-Endstand.